Amtsarzt: Corona-Testergebnis in 48 Stunden oft unrealistisch

08.10.2020 12:37

Berlin (dpa) - Nach Einschätzung des Amtsarztes im Berliner Bezirk
Reinickendorf, Patrick Larscheid, dauert es oft mehr als 48 Stunden,
bis das Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt. «Die Untersuchung kann
länger dauern, als es manchem recht ist. Diese 48-Stunden-Regelung,
die an manchen Orten gilt, die dürfte schwierig einzuhalten sein»,
sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Sie schaffen es
einfach nicht, so schnell einen negativen Test zu kriegen, weil sie
das Ergebnis erst nach Ablauf von 48 Stunden bekommen. Und dann sind
Sie noch nicht einmal verreist», bemerkte Larscheid. «Das passt
natürlich schlecht zusammen.»

Berliner, die in den Herbstferien zum Beispiel an die Nordsee in
Schleswig-Holstein möchten, könnten damit Probleme bekommen. Dort ist
bei Ankunft in einem Hotel oder einer Ferienwohnung vorgeschrieben,
einen maximal 48 Stunden alten negativen Coronatest vorzulegen.

«Man muss es einfach probieren», sagte Larscheid. Die Zeitspanne, bis
das Testergebnis vorliege, sei in Berlin sehr unterschiedlich. «Wir
arbeiten mit einem (Labor) des Robert Koch-Instituts zusammen. Wenn
wir Glück haben, ist das Ergebnis am nächsten Tag da. Aber es dauert
manchmal ein, zwei Tage länger. Klar ist, dass es auch Labore in
Berlin gibt, die drei bis vier Tage brauchen.»

Ein Grund ist die hohe Auslastung: «In Berlin sind die
Testkapazitäten am Anschlag. Das kann nicht auf der Seite der
Anbieter geändert werden», erklärte der Mediziner. Die Kapazitäten

ließen sich nicht ohne Weiteres erhöhen. «Die Gesundheitsämter biet
en
keine Tests für Urlauber an. Sie sind nicht diejenigen, die da aus
der Patsche helfen können, weil es nicht unsere Aufgabe ist,
freiwillige Gesundheitsleistungen anzubieten», sagte Larscheid.

«Natürlich fragen die Leute, weil sie nicht wissen, an wen sie sich
wenden sollen», so der Amtsarzt. «Solche Anrufe landen bei uns und
halten uns von der eigentlichen Arbeit ab, wir sind nicht glücklich
darüber.» Larscheid empfiehlt, sich an einen Hausarzt oder die
Teststellen der Kassenärztlichen Vereinigung zu wenden.