Mannheim verschärft Corona-Regeln - 25 Menschen bei privaten Feiern

06.10.2020 20:03

Mannheim (dpa/lsw) - Nach einem zeitweisen Überschreiten der
Corona-Vorwarnstufe verschärft die Stadt Mannheim die Regeln im Kampf
gegen die Pandemie. Für Feiern in privaten Räumen soll die
Teilnehmerzahl ab diesem Freitag auf 25 Personen gesenkt werden, wie
die Stadt am Dienstag mitteilte. Für Feiern in öffentlichen Räumen
wie Gaststätten oder Vereinshäusern fordert sie demnach ein
Hygienekonzept.

Für das Ausgehviertel Jungbusch wird das nächtliche
Alkoholverkaufsverbot an Wochenenden zunächst bis zum 1. November
verlängert. Die Erfahrungen mit der seit dem 11. September geltenden
Regelung seien gut. Lärm und Aggression seien reduziert worden. Für
Menschen, die vor Cafés, Kneipen und Restaurants warten, gilt nun
eine Maskenpflicht.

Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) begründete die Einschränkung der
privaten Feiern: «Dort, wo persönliche Beziehungen bestehen, wo es
Grund zum Feiern, aber auch zum Trauern gibt, wo man sich nahe steht
und gesellig ist, wie bei Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder
Beerdigungen, werden Abstände verständlicherweise oft nicht
eingehalten.» Bei größeren Teilnehmerzahlen sei die
Kontaktnachverfolgung äußerst schwierig. «Wir hatten bereits Fälle,

dass nach einer privaten Beerdigungsfeier ein Großcluster mehrerer
Familien mit insgesamt 23 positiven Fällen entstanden ist. In
Anbetracht der aktuellen Fallzahlen darf so etwas nicht mehr
geschehen», erläuterte Kurz.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle in Mannheim erhöhte sich am
Dienstag um 19 auf 1214. Bislang sind 1051 Menschen genesen. Die
Quadratestadt verzeichnete innerhalb von sieben Tagen mehr als 35
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und hatte am Wochenende die vom
Land definierte «Vorwarnstufe» überschritten. Mit der Verschärfung

folgt die Stadt der Empfehlung der Bund-Länder-Kommission von Ende
September, die insbesondere der Verbreitung von Infektionen im Rahmen
von Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis vorbeugen soll.

Brisant ist die Lage vor allem im Kreis Esslingen, in dem nach
neuesten Zahlen innerhalb von sieben Tagen 45,4 Neuinfektionen pro
100 000 Einwohner registriert wurden. Damit liegt der Kreis momentan
ebenso über der kritischen Marke von 35 neuen Fällen pro 100 000
Einwohner wie Stuttgart (35,4). Mannheim lag am Dienstag mit einem
Wert von 34,1 wieder knapp darunter.