Verwaltungsmitarbeiter dürfen in Tönnies-Werk - Schrittweise Öffnung

08.07.2020 21:14

Rheda-Wiedenbrück (dpa) - Drei Wochen nach der coronabedingten
Schließung des riesigen Fleischwerkes von Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück darf ein erster Teilbereich außerhalb der
Produktion wieder geöffnet werden. Eine Ausnahmegenehmigung durch den
Bürgermeister ermögliche die schrittweise Wiederinbetriebnahme des
Teilbereiches Verwaltung an dem Hauptstandort, teilte die Stadt am
Mittwochabend mit. Das Betretungsverbot des Werksgeländes für
Beschäftigte im Verwaltungsbereich sei damit seit dem Mittwoch nicht
mehr in Kraft. Die Mitarbeiter seien namentlich benannt, die das
Betriebsgelände betreten dürften, hieß es weiter.

Nach Angaben von Tönnies wird anfangs zunächst nur ein kleinerer Teil
der Verwaltungsmitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz in das Werk
zurückkehren. «Viele unserer Mitarbeiter sind noch in Quarantäne»,

sagte Unternehmenssprecher André Vielstädte am Mittwochabend der
Deutschen Presse-Agentur. Außerdem arbeiteten viele Mitarbeiter im
Verwaltungsbereich im Homeoffice. «Es wird dann von Tag zu Tag mehr»,
sagte er unter Verweis darauf, dass voraussichtlich zunehmend
Mitarbeiter aus der Quarantäne entlassen werden. Die Geschäftsführung

von Tönnies habe in sogenannter Arbeitsquarantäne weiter die
Verwaltung betreten dürfen. In der Konzernverwaltung seien etwa 400
Mitarbeiter tätig.

«Mit Blick auf das relativ geringe Infektionsrisiko wird die
Wiederaufnahme der Betriebsverwaltung nicht unverhältnismäßig
hinausgezögert», erklärte die Stadtverwaltung. Durch geeignete
Maßnahmen sei sicherzustellen, dass eine räumliche Trennung zu
anderen Arbeitsbereichen jederzeit eingehalten werden könne. Die
Einhaltung der Vorgaben werde durch die Ordnungsbehörde kontrolliert.
An diesem Donnerstag könne auch die Kita auf dem Werksgelände wieder
öffnen. Sie verfüge über einen externen Zugang und sei selbst auch
nicht Teil der Unternehmensgruppe, hieß es in der Mitteilung weiter.

Wegen des Corona-Ausbruchs war der Schlachtbetrieb von Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück am 17. Juni eingestellt worden. Danach wurden
weitere Bereiche heruntergefahren. Der Landrat des Kreises Gütersloh,
Sven-Georg Adenauer (CDU), hatte die Werksschließung verfügt. Die
Verfügung gilt noch bis zum 17. Juli. Zuletzt hatte sich der Landrat
skeptisch gezeigt, ob der Termin zu halten sei. Per Ausnahmeregelung
könnten einzelne Teilbereiche auch schon früher an den Start gehen.
Nach Prüfung des Hygienekonzepts von Tönnies wollen die Behörden am
Donnerstag erneut über die Wiederaufnahme des Betriebs beraten.