Landrat fordert vom Norden Ende der Reise-Hürden für Gütersloher

08.07.2020 18:31

Güterslohs Landrat setzt sich für die Aufhebung der
Reisebeschränkungen für Menschen aus seiner Heimat ein. Niedersachsen
lässt nun Urlauber aus dem Kreis von Samstag an wieder ins Land und
auch Schleswig-Holstein überdenkt die Einreise zum Wochenende.

Gütersloh (dpa) - Mit einer E-Mail an die Ministerpräsidenten der
Küstenländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat sich Güterslohs

Landrat Sven-Georg Adenauer für die Aufhebung der Reisebeschränkungen
für Menschen aus seiner Heimat eingesetzt. Die Menschen aus dem Kreis
Gütersloh hätten «die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt», schrie
b
der CDU-Politiker laut Mitteilung an Niedersachsens Regierungschef
Stephan Weil (SPD) sowie dessen schleswig-holsteinischen Amtskollegen
Daniel Günther (CDU). Beide Bundesländer reagierten am Mittwoch.

Auch wenn der Kreis Gütersloh offiziell nicht mehr als
Corona-Risikogebiet gilt, können Reisende von dort vorerst nicht ohne
weiteres nach Schleswig-Holstein kommen. Wer sich in dem Kreis in der
Zeit aufhielt, in der dieser als Risikogebiet eingestuft war, dürfe
weiterhin nur mit negativem Testergebnis einreisen oder müsse
unverzüglich in Quarantäne. Zudem müsse sich derjenige beim
Gesundheitsamt melden. Erst wenn der letztmalige Aufenthalt in einem
Risikogebiet länger als 14 Tage zurückliegt, hat das dem Kieler
Gesundheitsministerium zufolge keine Auswirkung mehr auf die
Einreise. «Die Landesregierung überprüft zur Zeit, ob und wie eine
Änderung der Quarantäne-Verordnung zu Samstag möglich ist», kündi
gte
der stellvertretende Regierungssprecher Eugen Witte am Mittwoch an.

Niedersachsen hebt die Einschränkungen für Übernachtungsgäste aus d
em
Kreis Gütersloh am Samstag auf. Das sagte eine Regierungssprecherin
am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. In Nordrhein-Westfalen sind
zurzeit Schulferien. «Im Interesse der Menschen aus Gütersloh werden
wir die Einreise nach Niedersachsen ab Samstag wieder ermöglichen»,
sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Bis dahin müssen sie einen
negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.
In anderen Bundesländern dagegen waren die Beschränkungen für den
Kreis aufgehoben worden, nachdem die Zahl der Neuinfektionen pro 100
000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage unter den
Grenzwert von 50 gesunken war.