Grote entschuldigt sich wegen Umtrunk-Affäre auch bei Polizei

08.07.2020 11:56

Hamburg (dpa/lno) - In der sogenannten Umtrunk-Affäre hat sich
Innensenator Andy Grote (SPD) in einem Schreiben auch bei der
Hamburger Polizei entschuldigt. Ihm sei klar, «dass ich es allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei Hamburg mit meinem
Verhalten sehr schwer gemacht habe, gegenüber den Bürgerinnen und
Bürgern dieser Stadt die Einhaltung der Eindämmungsverordnung
einzufordern», zitierte das «Hamburger Abendblatt» am Mittwoch aus
dem Brief. Es sei ihm deshalb «ein ganz persönliches Bedürfnis, bei
Ihnen um Entschuldigung zu bitten».

Ein Sprecher der Innenbehörde bestätigte die Existenz des Schreibens,
wollte sich zum Inhalt aber nicht äußern, da es sich um ein internes
Schreiben an die Mitarbeiter der Polizei handle.

Grote hatte sich vor einem Monat trotz Corona-Einschränkungen aus
Anlass seiner Wiederernennung zum Innensenator mit 30 Freunden und
Bekannten zu einem «Getränk auf Abstand» in den Räumlichkeiten eine
r
Bar getroffen. Er bestreitet, gegen Corona-Regeln verstoßen zu haben,
hat das Treffen aber dennoch als «dummen Fehler» bezeichnet und sich
bereits bei Bürgerschaft und Senat entschuldigt. Die Opposition
fordert seinen Rücktritt, Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält

jedoch an Grote fest.

Er wolle «nicht noch einmal die genauen Umstände und die
Einzelaspekte zur Frage der Zulässigkeit dieses Treffens erörtern»,
schrieb der Senator laut «Abendblatt» auch den Polizeimitarbeitern.
«Fakt ist: Spätestens wenn man sich in dieser Form für ein Verhalten

erklären muss, weiß man, dass man etwas falsch gemacht hat. Und so
ist es bei mir eben auch. Ich habe einen Fehler gemacht.»