Für zwei Drittel aller Studiengänge in NRW ist der Abi-Schnitt egal

08.07.2020 10:00

Für alle, die sich durch das Abitur in Corona-Zeiten gequält haben,
dürfte es eine gute Nachricht sein: Bei der Mehrheit der
NRW-Studiengänge ist der Abi-Schnitt egal. Wie viele Fächer mit
Numerus Clausus belegt sind, schwankt von Standort zu Standort stark.

Gütersloh (dpa/lnw) - Einer von drei Studiengängen des kommenden
Wintersemesters in Nordrhein-Westfalen ist mit einem Numerus Clausus
(NC) zulassungsbeschränkt. Damit liegt Nordrhein-Westfalen mit dem
Angebot an Fächern, die nur mit einem bestimmten Notendurchschnitt
studiert werden können, im Ländervergleich im Mittelfeld, wie aus
einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Centrums für
Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervorgeht. Schon im Vorjahr
lag die Quote der zulassungsbeschränkten Studienfächer im Land mit
etwas mehr als 33 Prozent auf ähnlich niedrigem Niveau. Bundesweit
liegt die sogenannte NC-Quote etwa bei 40 Prozent - mit großen
Schwankungen zwischen Bundesländern und Hochschulstädten.

So müssen Studienanwärter in Berlin, dem Saarland oder Hamburg in
zwei Drittel aller Fächer einen festgelegten Abiturschnitt vorweisen.
In Thüringen oder Mecklenburg gilt das nur für ein knappes Fünftel
aller Studiengänge.

Wer an einer nordrhein-westfälischen Hochschule studieren will, wird
dabei vor allem in Köln auf Angebote stoßen, die mit einem NC belegt
sind: Die Quote zulassungsbeschränkter Angebote liegt hier bei 59
Prozent. Betrachtet man nur die Universitäten, sogar bei 80 Prozent.
Deutlich seltener ist dagegen ein guter Abi-Schnitt in Paderborn
gefragt: Hier sind nur 10 Prozent der Studiengänge NC-Fächer, gefolgt

von Wuppertal mit 13 Prozent. Betrachtet wurden nur die
Hochschulstädte ab 17 000 Studierenden.

Ähnlich wie aus bundesweiter Perspektive sind in NRW am häufigsten
Studiengänge in den Wirtschafts-, Gesellschafts- und
Sozialwissenschaften zulassungsbeschränkt (43,4 Prozent). In den
Ingenieurwissenschaften trifft dies nur auf weniger als ein Viertel
zu. «Es lohnt sich für Studieninteressierte immer den Blick über den

Tellerrand beziehungsweise die Grenze des Bundeslandes zu weiten», so
Studienautor Cort-Denis Hachmeister. Oft gebe es gleichwertige
Alternativen ohne Numerus Clausus sogar an benachbarten Hochschulen.