Thiem verteidigt Zverev: Wird behandelt wie Volksschulkind

08.07.2020 13:22

Wien (dpa) - Der Österreicher Dominic Thiem hat den in die Kritik
geratenen Alexander Zverev in Schutz genommen. Nick Kyrgios dagegen
erneuerte seine massive Kritik an den beiden Tennisprofis sowie am
Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic. «Keiner von euch hat das
intellektuelle Niveau, um überhaupt zu verstehen, wo ich herkomme.
Ich versuche, sie zur Verantwortung zu ziehen», twitterte der 25
Jahre alte Australier am Mittwoch.

Thiem und Zverev hatten an der von mehreren Corona-Fällen
überschatteten und von Djokovic organisierten Adria-Tour
teilgenommen. Zverev, der mit Selbstisolation reagieren wollte,
geriet im Anschluss zudem wegen eines allerdings undatierten Videos
von einer Party in die Kritik, bei der die Corona-Hygieneregeln
gänzlich missachtet wurden. «Er wird behandelt, als wäre er ein
Volksschulkind. Aber er ist ein 23-jähriger Mann. Klar hat er einen
Fehler gemacht - aber ich verstehe nicht, wieso sich da jetzt alle
einmischen», sagte Thiem dem «Standard» (Mittwoch).

Der Weltranglisten-Dritte gab aber auch zu, dass bei der Adria-Tour
Fehler passiert sind, «die mir extrem leidtun (...)». Aber Djokovic
(33) habe kein Gesetz gebrochen. «Jetzt so auf Djokovic einhauen? Das
ist mir zu billig», sagte der 26 Jahre alte Australian-Open-Finalist.

Laut Thiem habe Kyrgios «selbst schon richtig viel Blödsinn gebaut.
Es wäre besser, wenn er mit sich selber ins Reine kommt.» Kyrgios
konterte: «Welche Fehler meinst du? Schläger zertrümmern, fluchen,

hier und da ein paar Matches herschenken? Was jeder mal macht?»
Während der Corona-Pandemie Partys zu feiern, sei «kein Spaß.
Menschen sterben, verlieren ihre Liebsten und Freunde», schrieb
Kyrgios und ergänzte ironisch: «Diese Jungs sind die «Spitze» uns
eres
Sports. SMH (Kopfschütteln).»

Bei der Show-Turnierserie waren mehrere Spieler positiv auf das
Coronavirus getestet worden. Die ebenfalls teilnehmenden Thiem und
Zverev hatten sich trotz teilweise missachteter Hygiene- und
Abstandsvorkehrungen nach eigenen Angaben nicht infiziert.