Ökonom: Vor allem künftige Generationen müssen Corona-Lasten tragen

07.07.2020 16:29

Berlin (dpa) - Die Stiftung Marktwirtschaft hat der Politik
vorgeworfen, die finanziellen Lasten der Corona-Pandemie vor allem
auf künftige Generationen abzuwälzen. Wolle man diese Belastung
abmildern, müsse der Staat möglichst bald mit der Tilgung der nun
auflaufenden Schulden beginnen, vor allem aber das Anwachsen der
versteckten Staatsschulden dämpfen. Das sagte der Ökonom Bernd
Raffelhüschen, Vorstandsmitglied der Stiftung, am Dienstag in Berlin.

«Die Corona-Pandemie ist ein echter Schock für die Staatsfinanzen»,
sagte Raffelhüschen. Die Nachhaltigkeitslücke entspreche einem
Gesamtschuldenstand der öffentlichen Hand von 11,9 Billionen Euro.
Rund vier Fünftel davon (9,8 Billionen Euro) entfielen auf die heute
noch nicht direkt sichtbare Staatsschuld. Dahinter würden sich alle
durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau nicht gedeckten
staatlichen Leistungsversprechen für die Zukunft verbergen, etwa jene
der Sozialversicherungen.