Experten begutachten Corona-Hygienepläne im Tönnies-Werk

07.07.2020 14:16

Rheda-Wiedenbrück (dpa/lnw) - Nach dem massiven Corona-Ausbruch im
Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück werden die Hygienepläne für
eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs weiter unter die Lupe
genommen. Am Dienstag setzten Behördenvertreter und Experten
Begehungen der verschiedenen Bereiche in dem großen Schlachthof fort,
wie ein Sprecher von Tönnies sagte.

Seit Montag beraten Vertreter des Kreises Gütersloh, der Stadt
Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold gemeinsam mit
dem Unternehmen und verschiedenen Experten über ein Hygienekonzept
für den großen Schlacht- und Fleischzerlegungsbetrieb. Noch bis
Mittwoch sollen Begehungen des Werkes stattfinden, um das Konzept vor
Ort zu begutachten. Über die Ergebnisse soll dann am Donnerstag
erneut mit den Beteiligten beraten werden, sagte der Tönnies-Sprecher
weiter.

Nach Angaben eines Sprechers der Bezirksregierung liegt das
Hauptaugenmerk neben Hygienemaßnahmen wie Abstandsregeln und
Maskenschutz dabei auf der Lüftungsanlage. Nach einer Analyse zum
Corona-Ausbruch in dem Fleischwerk hatte der Hygiene-Experte Martin
Exner von der Universität Bonn die Luftumwälzung in dem Werk als
möglichen Faktor für die Ausbreitung des Coronavirus genannt. In dem
auf 6 bis 10 Grad kalten Raum wird den Schilderungen zufolge die
durch die hart körperlich arbeitenden Mitarbeiter entstehende warme
Luft abgesaugt und dann gekühlt zurück gebracht. Bislang fehle dabei
aber eine Aufbereitung. Exner empfahl daher zum Schutz gegen Viren
Hochleistungsfilter und UV-Bestrahlung.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in dem Fleischwerk mit über 1000
positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeitern war der
Schlachtbetrieb bis auf weiteres gestoppt worden. Die Stadt hatte die
Schließungsverfügung bis zum 17. Juli verlängert, jedoch
Ausnahmeregelungen für einzelne Bereiche der Fleischverarbeitung
zugelassen. Dazu muss das Unternehmen einen Antrag stellen und ein
entsprechendes Konzept zum Gesundheits- und Arbeitsschutz vorgelegen.

Im Werk Rheda-Wiedenbrück werden normalerweise nach Angaben von
Tönnies pro Tag 20 000 Schweine geschlachtet und zerlegt.