Maske, Formular, Besuchergrenze - Viele Museen wieder geöffnet

07.07.2020 04:00

Seit etwa zwei Monaten können Besucher wieder in die Museen in
Sachsen-Anhalt - nach wochenlanger coronabedingter Zwangspause. Aber
bei Weitem haben nicht alle wieder geöffnet.

Bernburg (dpa/sa) - Die großen Museen in Sachsen-Anhalt haben ihre
Türen nach der Pandemie-Zwangspause zumeist schon wieder für Besucher
geöffnet, viele kleine bleiben angesichts der Corona-Auflagen weiter
geschlossen. «Es läuft wieder an», sagte die Geschäftsführerin de
s
Museumsverbandes Sachsen-Anhalt, Susanne Kopp-Sievers, der Deutschen
Presse-Agentur. Sie geht davon aus, dass landesweit mehr als 100
Museen und Gedenkstätten wieder geöffnet sind. Besucher kämen, auch
wenn sie Masken tragen müssten. «Das ist nicht der Hinderungsgrund.»


Probleme hätten vor allem kleinere, vereinsgetragene Einrichtungen
Diese hätten oft eine ältere Mitgliederstruktur, was mit Blick auf
Risikogruppen nicht einfach sei. Zudem laufe dort vieles ehrenamtlich
und nebenbei. Einige Häuser hätten auch besondere Konstruktionen wie
etwa das Freilichtmuseum Diesdorf mit vielen kleinen Häusern, die
Aufsicht sei dort schwierig zu organisieren.

Zentral ist für Kopp-Sievers die Begrenzung der jeweils zugelassenen
Besucherzahlen. Je nach Größe seien pro 10 oder 20 Quadratmeter eine
Person zugelassen. Manchmal spielen aber auch besondere Gegebenheiten
eine entscheidende Rolle: Das Altmärkische Museum in Stendal etwa
darf vier Einzelbesucher gleichzeitig einlassen. «Unsere Räume liegen
hintereinander, trotz viel Fläche sind die Abstandsregeln sonst nicht
einzuhalten», sagte Sachgebietsleiterin Gabriele Bark. Familien mit
fünf Personen könnten auch ins Museum. Trotz Anmeldebogen, Maske und
Abstand seien die Besucher positiv gestimmt. «Es herrscht ein
respektvoller, freundlicher Umgang.» Bark ergänzt: «Es fehlt
natürlich die Zusammenarbeit mit den Schulen und Schulklassen.» Aber
daran sei im Moment noch nicht zu denken.

Im Gleimhaus Halberstadt stellt Museumschefin Ute Pott fest, dass die
meisten Besucherinnen und Besucher aus der Region kommen. Vielen gehe
es darum, wieder einmal Museumsluft zu schnuppern, wenn auch durch
die Maske. Zunehmend reisten aber auch wieder Menschen aus anderen
Bundesländern an.

«Wir können feststellen, dass die Einrichtungen, die zu den
touristischen Hotspots zählen, ihr erlaubtes Kontingent ausreizen»,
sagte Kopp-Sievers. Sie nannte als Beispiele den Dom Havelberg und
Schloss Weißenfels. Auch die Sprecherin der Kulturstiftung
Sachsen-Anhalt, Eta Erlhofer-Helten, macht ähnliche Beobachtungen.
Zur Stiftung gehört das Landeskunstmuseum Moritzburg in Halle, in der
aktuell eine große Ausstellung mit Fotografien von Karl Lagerfeld zu
sehen ist. Tickets müssen wie auch in den anderen Häusern vorab
online gebucht werden. «Das wird rege wahrgenommen», sagte
Erlhofer-Helten. «Das Kontingent wird täglich ausgeschöpft.» Zudem

sei festzustellen, dass die Besucherinnen und Besucher ihr
Zeitfenster auskosten.