Hamburg bleibt vorsichtig: Maskenpflicht wirksame Maßnahme

05.07.2020 14:25

Hamburg/Schwerin (dpa) - Hamburg bleibt vorsichtig im Umgang mit dem
Coronavirus und will in der Diskussion um die Abschaffung der
Maskenpflicht erst Ende August die Infektionszahlen aus den
Sommerferien abwarten. «Im Verlauf der Pandemie hat sich die
Expertenmeinung gefestigt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung eine sehr
wirksame Maßnahme ist gegen die Ausbreitung des Coronavirus», sagte
Senatssprecher Marcel Schweitzer am Sonntag der Deutschen
Presse-Agentur. Das Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen
Nahverkehr und Einzelhandel sei eine Voraussetzung für die seit
vergangenem Mittwoch geltenden Lockerungen in der Hansestadt.

Die aktuelle Corona-Verordnung gilt bis zum 31. August. «Sie umfasst
damit auch den Zeitraum des Ferienendes mit dem Effekt der
Reiserückkehrer, den wir im Infektionsgeschehen erst Ende August
beurteilen können. Wie in den vergangenen Monaten bleiben wir bei
unseren Corona-Maßnahmen vorsichtig. Wir treffen neue Entscheidungen
erst, wenn wir die Auswirkungen der bisherigen Lockerungen auf das
Infektionsgeschehen mit einem entsprechenden zeitlichen Abstand
beurteilen können», betonte er.

Mehrere Bundesländer erwägen eine Abschaffung der Maskenpflicht im
Handel. «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich
keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten»,
sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU)
der «Welt am Sonntag». Er gehe davon aus, dass das Kabinett in
Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im
Einzelhandel beschließen werde. «Ich kann die Ungeduld des Handels
sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen». Die
Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben.
Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem
neuartigen Coronavirus bundesweit.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. «Wir versuchen, für alle
norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen.
Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im
Handel», sagte er.