Ministerium empfiehlt Corona-Tests in allen Schlachtbetrieben

02.07.2020 17:07

Nach positiven Corona-Tests bei zwei Mitarbeitern eines Brandenburger
Schlachtbetriebs sind die Behörden alarmiert. Der betroffene Betrieb
will nun alle Mitarbeiter auf das Virus testen.

Potsdam (dpa/bb) - Nachdem sich zwei Mitarbeiter eines Geflügelhofs
in Niederlehme (Dahme-Spreewald) mit dem Coronavirus infiziert haben,
hat das Landesgesundheitsministerium allen Brandenburger
Schlachtbetrieben empfohlen, ihre Belegschaft zu testen. «Wir
begrüßen, dass der betroffene Betrieb selbst aktiv geworden ist und
so die Positivfälle aufgedeckt werden konnten», sagte Staatssekretär

Michael Ranft am Donnerstag. «Damit können wir gemeinsam frühzeitig
größeren Ausbrüchen, wie wir sie in Gütersloh erlebt haben, wirksam

begegnen.»

Nach Angaben des Ministeriums wurde in dem Geflügelhof seit rund
einer Woche täglich ein Teil der Mitarbeiter auf das Coronavirus
getestet. Zwei der insgesamt rund 160 Tests seien positiv gewesen.
«Grundsätzlich begrüßen wir den offensiven Umgang des Unternehmens

durch eigene Testungen und empfehlen dieses Vorgehen für alle anderen
größeren Schlachtbetriebe im Land», sagte Ranft. Weitere Betriebe
hätten bereits großflächige Testungen der Mitarbeiter angekündigt.


Der Geschäftsführer des Geflügelhofs, Gerhard Heil, erklärte, dass

von Donnerstag an alle rund 700 Beschäftigten auf freiwilliger Basis
getestet würden. «Die Gesundheit aller unserer Beschäftigten hat fü
r
uns oberste Priorität», sagte Heil. «Wir gehen davon aus, dass alle
Ergebnisse voraussichtlich bis Montagabend vorliegen werden.» Darüber
hatte zuerst die «Märkische Allgemeine» (online) berichtet.

Auch seien die Maßnahmen zum Infektionsschutz nochmals verschärft
worden, sagte Heil. So seien zur Einhaltung der Abstandsregeln
zusätzliche Pausenräume eingerichtet und die unterschiedlichen
Arbeitsschichten komplett getrennt worden. Zudem müssten sich alle
Rückkehrer aus dem Urlaub vor Aufnahme ihrer Tätigkeit auf das
Coronavirus testen lassen.

Der Geflügelhof sei Ende Mai bei einer Sonderaktion zur Überprüfung
der Arbeitsbedingungen in der Fleischverarbeitung von der
Arbeitsschutz-Aufsicht besichtigt worden, berichtete das Ministerium.
Dabei seien keine größeren Mängel festgestellt worden.

Im Land gibt es nur sehr wenige große Schlachtbetriebe. Aktuell sind
landesweit 138 fleischverarbeitende Betriebe behördlich zugelassen,
von denen 47 mehr als 20 Beschäftigte haben. Davon beschäftigen 32
Betriebe zwischen 20 und 49 Mitarbeiter, sechs haben zwischen 50 und
99 Beschäftigte. Weitere sechs Betriebe haben zwischen 100 und 249,
drei Betriebe zwischen 250 und 499 Mitarbeiter.