Corona-Lage beruhigt sich wieder: 466 registrierte Neuinfektionen

01.07.2020 17:28

Lokale Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben die
Corona-Infektionszahlen steigen lassen. Dort beruhigt sich die Lage
wieder. In Bayern droht hingegen ein nächster Hotspot.

Berlin (dpa) - Nach größeren lokalen Corona-Ausbrüchen hat sich das
Infektionsgeschehen in Deutschland wieder beruhigt. So haben die
lokalen Behörden dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt 466
Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 1.7.,
0.00 Uhr). Damit entspricht die Zahl der Neuinfektionen innerhalb
eines Tages in etwa den Werten vor den großen Ausbrüchen Mitte Juni -

etwa im Landkreis Göttingen, im Kreis Gütersloh oder in den Berliner
Bezirken.

Mit Ausnahme des Anstiegs der Infektionszahlen aufgrund dieser
lokalen Ausbrüche ist die Zahl der Neuinfektionen seit Ende Mai mit
höchstens um die 550 Fälle pro Tag auf vergleichsweise niedrigem
Niveau. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194 725
Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie
das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 1.7., 0.00 Uhr).

Auch im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Gütersloh ist die
wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche
weiter gesunken. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz beträgt nach
Angaben des RKI derzeit 78,0. Am Dienstag war der Wert das erste Mal
seit den Fällen in einem Fleischverarbeitungsbetrieb nicht mehr
dreistellig.

In Bayern kam es im Landkreis Starnberg zu einem Ausbruch bei einem
Cateringunternehmen. Eine ganze Reihe der insgesamt rund 120
Mitarbeiter des Caterers waren laut Landratsamt außerdem in
Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Sie seien vorsorglich nach
München in eine Isoliereinrichtung gebracht worden, um dort getestet
zu werden. Bis Dienstagabend ergaben die Reihentestungen 45 positive
Fälle.

8985 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in
Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag.
Etwa 179 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen
überstanden. Das sind etwa 700 mehr als noch einen Tag zuvor.

Seit einigen Tagen ist die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, nach einem
vorübergehenden deutlichen Anstieg wieder auf einen Wert um oder
unter 1 gesunken. Insbesondere der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen
spielt nach Angaben des RKI dabei eine große Rolle.

Nach RKI-Schätzungen lag der R-Wert mit Datenstand 1.7., 0.00 Uhr,
bei 0,86 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel
weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet
jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an.
Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher
weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser
Wert mit Datenstand 1.7., 0.00 Uhr, bei 0,79 (Vortag: 0,67). Er zeigt
das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.