Bundesweit 498 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus

30.06.2020 17:35

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist wieder leicht
angestiegen - auf fast 500 neue Fälle. Eine wichtige Zahl im
Landkreis mit den meisten aktiven Fällen ist jedoch zurückgegangen.

Berlin (dpa) - Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in
Deutschland ist nach den üblicherweise geringeren Meldungen vom
Wochenende wieder angestiegen. So haben die Gesundheitsämter in
Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstagfrüh 498 neue
Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Damit
haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194 259 Menschen in
Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am
frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

Erstmals seit dem massiven Corona-Ausbruch bei dem Fleischverarbeiter
Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen
pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im
nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh nicht mehr dreistellig. Nach
den vom RKI veröffentlichten Zahlen des RKI beträgt diese sogenannte

Sieben-Tage-Inzidenz nun 86,0 (Vortag: 112,6).

Diese Zahl liegt allerdings weiterhin deutlich über dem Grenzwert von
50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen
zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt. Im niedersächsischen
Landkreis Oldenburg war es ebenfalls zu einem Ausbruch in einem
Schlachtbetrieb gekommen, was sich nun auch in den Fallzahlen zeigt:
Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen Woche ist dort
gestiegen und liegt aktuell bei 30 Fällen pro 100 000 Einwohnern.

Für 85 Prozent (165 662) der registrierten Fälle liegen dem
RKI klinische Informationen vor (Datenstand 29.6., 0.00 Uhr). Demnach
sind die häufigsten gemeldeten Symptome einer Erkrankung Husten (49
Prozent), Fieber (41 Prozent) und Schnupfen (21 Prozent). Bei 5019
Fällen (3 Prozent) ist bekannt, dass die Patienten eine
Lungenentzündung entwickelt haben.

8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben bis
Dienstagfrüh in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im
Vergleich zum Vortag. Etwa 179 100 Menschen haben die Infektion nach
RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen
Tag zuvor.

Der Altersdurchschnitt der im Zusammenhang mit Covid-19 gestorbenen
liegt nach RKI-Angaben bei 81 Jahren. Von den Todesfällen waren rund
86 Prozent der Personen 70 Jahre und älter. Bei unter 20-Jährigen
wurden bisher drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus
gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit
Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,74). Das bedeutet,
dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen
ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa
eineinhalb Wochen zuvor ab. Bei kleineren Zahlen an Neuinfektionen
schwankt er eher als bei großen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an.
Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher
weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser
Wert mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, auf 0,67 (Vortag: 0,63). Er
zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.