687 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

27.06.2020 16:35

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist wieder gestiegen. Aber
bundesweit überschreitet nur der Kreis Gütersloh die kritische Marke
von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Berlin (dpa) - Die Zahl der neuregistrierten Corona-Infektionen
binnen 24 Stunden ist in Deutschland auf 687 Fälle gestiegen - und
lag damit über den Werten der vergangenen Tage. Wie das Robert
Koch-Institut am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06.,
0.00 Uhr), haben sich damit seit Beginn der Corona-Krise 193 243
Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt.

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben vom
Samstag in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum
Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach
RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen
Tag zuvor.

Im besonders stark betroffenen Kreis Gütersloh lag die wichtige
Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der
vergangenen sieben Tage trotz Abwärtstendenz weiter deutlich über der
entscheidenden Marke von 50. Demnach war der Kreis Gütersloh der
einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieses Wertes.

Nach den RKI-Daten von Samstag gab es im Kreis Gütersloh 164,2
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen
- am Freitag hatte der Wert bei 177,7 Fällen gelegen, am Dienstag
laut Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen sogar bei 270,2.
Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von
Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Im benachbarten Kreis Warendorf war der Wert schon am Freitag mit
47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben
Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Nach den Daten von Samstag
sackte sie nun auf 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gilt ein
regionaler Lockdown.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit
Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, bei 0,62 (Vortag: 0,57). Das bedeutet,
dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen
ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa
eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an.
Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher
weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser
Wert mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, auf 0,83 (Vortag: 1,02). Er
zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.