UN-Generalsekretär: Pandemien gemeinsam bewältigen

27.06.2020 00:30

Berlin (dpa) - UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der
Corona-Krise mehr internationale Zusammenarbeit gegen Pandemien
angemahnt. «Stellen Sie sich vor, eines Tages bricht ein Virus aus,
das sich so schnell verbreitet wie Corona, aber so tödlich ist wie
Ebola», sagte Guterres der «Welt» (Samstag) und anderen Zeitungen der

Leading European Newspaper Alliance LENA. «Ich hoffe, dass die Krise
ein Weckruf ist. Dass sie uns zeigt: Wir können Herausforderungen wie
Pandemien nur gemeinsam bewältigen.»

Guterres verteidigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen den
Vorwurf des US-Präsidenten Donald Trump, sie stehe China zu nahe und
habe Peking beim Versuch geholfen, den Corona-Ausbruch zu vertuschen.
Vielleicht habe es Fehler gegeben, sagte er. Doch er «kenne die
Leute bei der WHO»: «Sie werden sicher nicht von irgendeinem Staat
kontrolliert.»

Der UN-Generalsekretär betonte, die Vereinten Nationen versuchten
alles, um die Pandemie zu stoppen. «Wir haben seit dem Ausbruch des
Virus 250 Millionen Masken, Kittel und Handschuhe verteilt», sagte
er. «Unsere Hilfe erreicht 110 Millionen Menschen in 64 Ländern.»
Dabei gehe der reguläre Kampf gegen Krankheit, Hunger und Armut auf
der Welt weiter. «Wir mögen bürokratische Probleme haben und hier und

da veraltete Strukturen», sagte Guterres, «aber unsere humanitäre
Unterstützung funktioniert».