Nur wenige Neuinfizierte in Moers - Dönerproduzent mehrere Wochen zu

26.06.2020 14:36

Moers ist nicht Gütersloh: Bei dem Moerser Dönerfleischproduzenten
wachsen die Infiziertenzahlen nur noch langsam. Aber die Suche nach
weiteren Betroffenen geht mit Hochdruck weiter.

Wesel/Moers (dpa/lnw) - Der Moerser Dönerfleischproduzent Öztas am
Niederrhein wird nach einem Corona-Ausbruch an diesem Samstag
komplett geschlossen und bleibt mindestens zwei Wochen zu. Das
kündigte der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller, am Freitag in
Wesel an. Die Zahl der positiv auf das Virus Getesteten im
Unternehmen sei bis zum Freitag allerdings nur noch leicht gestiegen,
sagte Müller: Sie wuchs von 62 am Donnerstag Gemeldeten um drei
Betroffene auf 65 Infizierte Stand Freitag. «Wir haben vorläufig eine
etwas entspanntere Situation», sagte Müller. Hinzu kommen 17
Infizierte, die bei einem früheren Test erkannt worden waren.

Alle rund 275 Beschäftigten mit Ausnahme von 17 Urlaubern in dem
Unternehmen seien nun durchgetestet, sagte der Gesundheitsdezernent
des Kreises, Michael Maas. Nun würden Kontaktpersonen von Infizierten
systematisch mit Reihentests untersucht. Dazu würde die Zahl der
beauftragten Mitarbeiter verdoppelt. Dabei seien in einem
benachbarten Fleischbetrieb von Öztas bereits zwei weitere positive
Fälle registriert worden. Der Namen dieses Unternehmen wurde nicht
genannt. Rund 250 Infizierte und Angehörige seien in Quarantäne.

Das Unternehmen Öztas kooperiere vorbildlich, sagte Maas. Die
Mitarbeiter seien beim Unternehmen fest angestellt und wohnten nicht
in Massenunterkünften. Nach Corona-Ausbrüchen bei den Branchengröße
n
Westfleisch und Tönnies waren die Arbeitsbedingungen dort in den
Fokus gerückt. Auch das Unternehmen Öztas betonte die enge
Zusammenarbeit mit den Behörden. Eine auf das Virus getestete
Kernmannschaft arbeite am Freitag noch, dann beginne die Schließung,
sagte eine Öztas-Sprecherin. Schon am Mittwoch war nach Bekanntwerden
der ersten 17 positiven Tests der Betrieb weitgehend eingestellt
worden.

Über die Ursache des Ausbruchs gebe es vorerst nur Vermutungen, sagte
Landrat Müller. Möglich sei ein technischer Fehler in einer
Lüftungsanlage in Kombination mit den niedrigen Temperaturen in der
Fleischproduktion. Dies müsse untersucht werden. Die sogenannte
7-Tages-Inzidenz hatte der Kreis mit 15,4 (Stand Donnerstag)
angegeben. Ein neuerer Wert sei noch nicht zu erfassen, da unklar
sei, wie viele Betroffene im Kreisgebiet wohnen, sagte Müller. Aber
der Kreis sei vom Schwellenwert 50 weit entfernt. Kreisbewohner
müssten nicht mit Urlaubsbeschränkungen rechnen und es seien auch
keine Massentests geplant.