Erstmals seit 1974: Berlin Marathon fällt in diesem Jahr aus

24.06.2020 18:02

Die nächste Sport-Großveranstaltung kann wegen der Corona-Pandemie
nicht stattfinden. Den Berlin Marathon, die größte deutsche
Lauf-Veranstaltung, fällt endgültig aus. Auch einen reinen Profilauf
oder einen Ersatztermin wird es nicht geben.

Berlin (dpa) - Jetzt hat es auch den Berlin Marathon erwischt.
Erstmals seit der ersten Auflage 1974 wird es in diesem Jahr die
inzwischen größte deutsche Laufveranstaltung nicht geben. Die
Organisatoren sagten am Mittwoch das Traditions-Event, das am 26. und
27. September stattfinden sollte, wegen der Auswirkungen der
Corona-Pandemie ab. «So sehr wir uns bemühen, es ist derzeit nicht
möglich, den BMW Berlin-Marathon mit seinem gewohnt berlinerischen
Charme zu veranstalten», heißt es auf der Homepage Berlin Marathons.
Zugleich wurden alle Teilnehmer über den Ausfall informiert.

«Des Weiteren ist es ebenso nicht möglich - nach reichlicher Prüfung

und diversen Gesprächen, auch mit den Behörden - die Veranstaltung zu
einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr durchzuführen», schrieben die

Veranstalter. Die gerade neu formulierte Corona-Verordnung in Berlin
erlaubt bis zum 1. September Veranstaltungen im Freien von maximal
1000 und danach von bis zu 5000 Teilnehmern.

Die Unsicherheit darüber, welche Auflagen zu einem späteren Zeitpunkt
noch gelten und ob Teilnehmer dann auch international reisen können,
gab den Ausschlag für die Absage-Entscheidung.

Die Teilnehmer können nun wählen: Entweder das personalisierte
Startrecht wird auf das kommende Jahr (25. und 26. September 2021)
übertragen - oder es wird die Teilnehmergebühr rückerstattet.

Der veranstaltende SCC Berlin hatte vor der endgültigen Absage auch
noch geprüft, das Rennen als reinen Profilauf auszutragen. «Das würde

den Charakter der Veranstaltung nicht widerspiegeln», erklärte
SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Im Vorjahr waren knapp 47 000 Läuferinnen und Läufer aus 150 Nationen
gestartet. Sieger Kenenisa Bekele aus Äthiopien verpasste den
Weltrekord lediglich um zwei Sekunden. Zusammen mit den
Neben-Veranstaltungen am Vortag des Marathons waren sogar 75 000
Sportlerinnen und Sportler an der 46. Auflage der Veranstaltung
beteiligt.