Sachsen-Anhalt will Kontaktbeschränkungen lockern

23.06.2020 13:49

Die Corona-Pandemie ist noch nicht beendet - doch Sachsen-Anhalt
lockert die Vorschriften für Kontakte. Künftig soll es Empfehlungen
geben - wie bereits in anderen Bundesländern.

Magdeburg (dpa/sa) - Die coronabedingten Kontaktsperren sollen in
Sachsen-Anhalt weiter gelockert werden. Ab Anfang Juli solle nur noch
die Empfehlung gelten, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu
treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben, sagte
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg.
Auf Bußgelder solle verzichtet werden. Die Menschen hätten sich daran

gewöhnt, ihren Freundes- und Familienkreis nicht ohne Not zu
verlassen. Dies sei ein Schritt Richtung Eigenverantwortung.

Wenig wechselnde Kontakte und keine Gruppentreffen mit mehr als
zehn Menschen seien der «größte Schutz», sagte Grimm-Benne. Die
Landesregierung appelliert damit an Vernunft und
Verantwortungsgefühl. «Wir wollen das aber nicht mehr bußgeldbehaftet

machen», so Grimm-Benne. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)
betonte, dass die sogenannten «AHA-Grundsätze» eingehalten werden
sollten. «AHA» stehe für «Abstand wahren», «auf Hygiene achten
» und
«Alltagsmaske tragen», wenn Abstand nicht möglich sei.

Ähnliche Entscheidungen gibt es auch in anderen Bundesländern. So hat

Thüringen die coronabedingten Kontaktbeschränkungen zum 13. Juni
aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen,
sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen
zu treffen. Auch Berlin will künftig auf Kontaktbeschränkungen
verzichten. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der
Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der
Hauptstadt maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder
zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte am Dienstag die Öffentlichkeit
über die siebte Eindämmungsverordnung gegen die Ausbreitung des
Coronavirus informiert. Sie soll am 30. Juni beschlossen werden und
zum 2. Juli in Kraft treten. Dann sollen wieder Veranstaltungen mit
bis zu 1000 Menschen unter freiem Himmel möglich sein. Zudem sollen
auch Sportwettkämpfe wieder angesetzt werden können. Für
private Feiern bleiben demnach weiterhin konkrete Beschränkungen
bestehen. So soll künftig mit 50 statt bisher 20 Menschen gefeiert
werden können.