«Night of Light» soll auf Not der Veranstaltungsbranche hinweisen

22.06.2020 22:53

Mit einer bundesweiten Lichtaktion haben Veranstalter am Montagabend
auf ihre schwierige Lage wegen der Corona-Krise hingewiesen. Knapp
8200 Unternehmen wollten sich beteiligen.

Essen (dpa) - Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft haben am
Montagabend mit einer Lichtaktion auf ihrer schwierige
wirtschaftliche Lage hingewiesen. In zahlreichen Städten Deutschlands
wollten sie in einer «Night of Light» Spielstätten,
Veranstaltungszentren und andere Bauwerke mit rotem Licht anstrahlen
und so «Alarmstufe Rot» symbolisieren.

Auf der Internetseite der Veranstalter waren am Abend zu Beginn der
Aktion bundesweit und im angrenzenden Ausland rund 8900 Gebäude
verzeichnet, die angestrahlt werden sollten. Knapp 8200 Firmen hatten
sich angemeldet. Beteiligen wollten sich unter anderem Betreiber von
Eventlocations, Hallen, Kinos und Kleinkunst-Theatern sowie
Technikausstatter, Messebauer, Zeltverleiher oder Tagungshotels. In
Essen wurde unter anderem das von der Folkwang Universität genutzte
Sanaa-Gebäude auf dem Gelände des Zollverein-Welterbes mit 80
Scheinwerfern rot erleuchtet.

Wegen der behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise sei einem
riesigen Wirtschaftszweig praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage
entzogen worden, hatten die Organisatoren rund um den Essener
Eventlocation-Betreiber Tom Koperek im Vorfeld berichtet. Seit Mitte
März mache die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr.
Anders als im produzierenden Gewerbe könnten weggefallene Umsätze
nicht mehr nachgeholt werden. Eine Pleitewelle enormen Ausmaßes
drohe.

Die Organisatoren bezeichneten die Aktion als einen «Hilferuf an die
Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft». Die derzeitigen
Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen reichten nicht aus.
Nötig sei ein Dialog mit der Politik, der die Systemrelevanz der
deutschen Veranstaltungswirtschaft sowie Lösungen und Wege aus der
Krise thematisieren soll.

In der deutschen Veranstaltungswirtschaft sind nach Angaben der
Organisatoren rund eine Million Menschen beschäftigt. Der
Jahresumsatz der Branche liege bei 130 Milliarden Euro.