Erste Freiwillige erhält Corona-Impfstoff von Curevac

19.06.2020 15:07

Bereits in zwei Monaten soll die Tübinger Studie zum Corona-Impfstoff
erste Ergebnisse zeigen. An Probanden besteht kein Mangel.

Tübingen (dpa) - Die Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma
Curevac ist am Freitag in die heiße Phase gegangen: Eine Freiwillige
erhielt an der Uniklinik Tübingen die erste Impfung. Anschließend
bleibe die junge Probandin 24 Stunden unter Beobachtung - sie werde
dabei sowohl vom Monitor als auch von Ärzten überwacht, sagte
Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur. «Bei
Impfstudien ist bisher noch nie etwas Gravierendes passiert, aber wir
wollen auf Nummer sicher gehen.»

Kremsner rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen. «Das
wird ziemlich fix gehen», sagte der Direktor des Instituts für
Tropenmedizin, wo der Wirkstoff getestet wird. Schon jetzt hätten
sich aufgrund der Medienberichte Hunderte Freiwillige gemeldet.
Sobald ein Rundbrief mit einem Aufruf geschrieben sei, werde es wohl
Tausende Bewerbungen geben. Für die Uniklinik Tübingen sei es ein
Heimspiel.

Für die Studie werden zunächst 100 gesunde Teilnehmer im Alter
zwischen 18 und 60 Jahren benötigt. «Wenn alles gut geht mit der
ersten Probandin, kommen Montag die nächsten drei, am Mittwoch dann
vier bis acht und von da an immer mehr», erklärte Kremsner. Sie alle
würden im Anschluss beobachtet, im weiteren Verlauf werde die
Impf-Dosis erhöht oder sogar eine zweite Impfung verabreicht, wenn
die erste gut vertragen werde. Das Ziel der ersten Phase der Studie
sei es, etwas über die Verträglichkeit und die Immunabwehr zu
erfahren.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten
mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die
Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren
Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für
ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen
Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als
fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.