Freibad statt Landesfest in Andernach - 2021 Fest in Boppard geplant

19.06.2020 04:10

Andernach/Boppard (dpa/lrs) - Rund 150 000 Besucher sind für dieses
Wochenende beim Rheinland-Pfalz-Tag in Andernach erwartet worden -
dann hat die Corona-Pandemie schon im März die Absage erzwungen. In
der Stadt am Rhein ist an diesen Tagen alles wie immer, aber immerhin
sollte am Freitag (19. Juni) das Freibad mit Corona-Einschränkungen
erstmals wieder öffnen, wie Stadtsprecher Christoph Maurer mitteilt.
Auch der angeblich höchste Kaltwasser-Geysir der Welt mit einer
Wasserfontäne von um die 60 Meter bei Andernach dürfe seit Kurzem
wieder besucht werden - noch nicht allerdings das zugehörige Museum.

Vize-Regierungssprecherin Almut Rusbüldt antwortet auf die Frage, ob
das Landesfest in der Kleinstadt nachgeholt wird: «Nein, leider
nicht. Mit der Stadt Andernach sind wir gemeinsam übereingekommen,
dass dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich ist.» Im Sommer

2021 sei Boppard für den Rheinland-Pfalz-Tag vorgesehen. «Die Stadt
beginnt auch mit den Vorbereitungen. Die Corona-Pandemie macht
derzeit aber noch keine konkrete Planung möglich.» Geduld sei nötig.

Der Stadt Boppard zufolge geht es um den 9. bis 11. Juli 2021.

Kritik an der Entscheidung für die diesjährige Absage in Andernach
ist laut Rusbüldt und Maurer nicht lautgeworden. Staatskanzleichef
Clemens Hoch (SPD) teilt der Deutschen Presse-Agentur mit: «Mir als
Andernacher ist das natürlich besonders schwergefallen. Das
Landesfest bietet dem Gastgeber eine Chance, sich Menschen aus dem
ganzen Land und aus den Nachbarregionen zu präsentieren und gemeinsam
zu feiern.» Dennoch sei die Absage richtig gewesen: «Wegen der
Bekämpfung der Corona-Pandemie waren alle Kräfte gebunden. Der Schutz
unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger steht an erster Stelle.»

Der Rheinland-Pfalz-Tag wird seit 1984 jährlich in einer anderen
Stadt im Bundesland gefeiert. Bis zu diesem Wochenende ist er erst
einmal ausgefallen - 2017. Damals gab es kein Fest, weil Mainz die
zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit ausrichtete.