900 Prozent Kursplus: Zoom-Aktie wegen Verwechslungsgefahr gestoppt

26.03.2020 18:39

New York/Washington (dpa) - Der Videokonferenz-Dienst Zoom zählt zu
den Gewinnern der Corona-Krise, wurde an der Börse bislang jedoch
häufig mit einer ganz anderen Firma verwechselt. Um weitere
Irritationen zu verhindern, hat die US-Börsenaufsicht den Handel des
Namensvetters Zoom Technologies am Donnerstag vorübergehend gestoppt.

Wer als Anleger nicht genau hinsah, konnte sich bei den Aktien leicht
vergreifen. Denn das Tickerkürzel «ZOOM» ist von Zoom Technologies
belegt, was dem Unternehmen seit Jahresbeginn ein Kursplus von fast
900 Prozent bescherte. Das Problem: Mit dem erfolgreichen
Videokonferenz-Anbieter Zoom Video hat die Firma gar nichts zu tun.

Zoom Video ist erst seit 2019 an der Börse gelistet und hat das
Tickerkürzel «ZM». Der Videokonferenzanbieter profitiert davon, dass

viele Bürojobs in der Corona-Krise auf Heimarbeit umgestellt wurden.
Der Aktienkurs ist dieses Jahr um 112 Prozent gestiegen. Damit fällt
das Plus deutlich geringer als bei dem Verwechslungskandidaten.

Der Börsenaufsicht SEC wurde das Treiben nun zu bunt. Die Aufsicht
setzte die «ZOOM»-Aktie von Zoom Technologies zunächst bis zum 8.
April vom Handel aus und wies auf Zweifel an den öffentlichen
Informationen zur Finanzsituation des Unternehmens hin, da dieses
schon seit 2015 keine Geschäftsberichte mehr vorgelegt habe.

Bei der SEC heißt es lediglich, dass es sich laut Angaben von 2014 um
eine in der US-Steueroase Delaware ansässige Firma handele, die ihren
geschäftlichen Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Peking habe.
Vor dem Handelsstopp hatte das Unternehmen einen Börsenwert von 31,3
Millionen Dollar. Zoom Video bringt es auf fast 40 Milliarden Dollar.