Farbstoff Titandioxid wegen möglicher Krebsgefahren auf dem Prüfstand

18.09.2019 16:48

Brüssel (dpa) - Der sehr weit verbreitete weiße Farbstoff Titandioxid
steht wegen möglicher Krebsgefahren auf dem Prüfstand. Ein
EU-Expertengremium beriet am Mittwoch über die Empfehlung, ob der
Stoff in Pulverform als krebserregend eingestuft werden soll, wenn er
von Menschen eingeatmet wird. Dann müsste diese Form von Titandioxid
mit Warnhinweisen versehen werden. Die Chemie- und die Lackindustrie
warnen dringend vor einer solchen Beschränkung.

Für die neue Einstufung plädiert die EU-Kommission. Sie stützt sich
auf eine Beurteilung der europäischen Chemikalienagentur ECHA von
2017. Die Debatte mit den EU-Staaten und den Betroffenen zieht sich
jedoch seit Monaten hin. Auch für die Sitzung am Mittwoch wurde noch
keine Entscheidung erwartet. Man arbeitete jedoch an einer Annahme
der neuen Vorschrift «ohne Verzug», erklärte die EU-Kommission.

Der Verband der Chemischen Industrie und der Verband der deutschen
Lack- und Druckfarbenindustrie halten die Pläne für überzogen und
zweifeln an der wissenschaftlichen Begründung für die mögliche
Einstufung. Die ausschlaggebende Studie sei mehr als 20 Jahre alt.
Dabei hätten Ratten über einen sehr langen Zeitraum staubförmiges
Titandioxid einatmen müssen.

Titandioxid werde breit verwendet und es gebe keine Alternativen,
erklärte der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie.
Der Stoff macht etwa Farben gut deckend und witterungsbeständig. Nach
einer neuen Einstufung könnte die Nutzung in Deckmal-Farbkästen und
farbigen Straßenmalkreiden für Kinder womöglich ausgeschlossen
werden. «Wir haben nicht den Eindruck, dass die Kommission weiß,
welche Auswirkungen ihr neuer Vorschlag hat», heißt es in einer
Mitteilung.

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