Ungeliebte Urlaubsgrüße - Forscher untersuchen Braune Hundezecke

05.07.2019 05:00

Stuttgart (dpa) - Mit dem Klimawandel wächst nach Ansicht von
Forschern die Gefahr von Infektionen durch eingewanderte Zeckenarten.
Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) befällt meist Hunde
- in Ausnahmefällen aber auch Menschen. Bislang gingen Experten davon
aus, dass solche Zecken von Hunden etwa im Auslandsurlaub aufgenommen
und im Fell nach Deutschland gebracht wurden. Das scheint aber nicht
immer so zu sein. «Es sind auch bereits Exemplare an Hunden gefunden
worden, die ihren Hof nie verlassen hatten», sagte die Parasitologin
Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. «Das ist ein Hinweis
darauf, dass sich die Art hier halten kann.»

Hohenheimer Forscher wollen untersuchen, auf welchen Wegen das
Spinnentier nach Deutschland gelangt und wie es sich hier verbreitet.
«Wir wollen außerdem mehr wissen darüber, welche Krankheitserreger es

möglicherweise gibt und was man tun kann gegen die Braune
Hundezecke», sagte die Parasitologin Katrin Fachet.

Normalerweise befällt die Braune Hundezecke Hunde. «Ist die
Population aber zu groß und der Wirt reicht nicht mehr aus, dann ist
sie nicht wählerisch und sucht sich das Nächstbeste: den Menschen»,
sagt Fachet. Bei der drei bis vier Millimeter großen Art seien bisher
keine Erreger von Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis
(FSME) festgestellt worden, sie könne aber Erreger des
Mittelmeer-Fleckfiebers übertragen.

Erst vor kurzem hatte die Universität Hohenheim vor der sehr großen
Hyalomma-Zecke gewarnt, die vermutlich erstmals in Deutschland
überwintert hat. Die in Afrika, Asien und Südeuropa heimischen Zecken
können gefährliche Erreger übertragen wie jenes Virus, das das
Krim-Kongo-Fieber verursacht.





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