Epidemie im Kongo ist zweitschwerster Ebola-Ausbruch der Geschichte

30.11.2018 11:19

Genf (dpa) - Die aktuelle Ebola-Epidemie im Ost-Kongo ist inzwischen
die zweitschwerste in der Geschichte. «Das ist ein Meilenstein, den
niemand erreichen wollte», erklärte ein Sprecher der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Bislang haben sich in
der Provinz Nord-Kivu rund um die Großstadt Beni nach Angaben des
kongolesischen Gesundheitsministeriums 426 Menschen mit dem
lebensgefährlichen Virus infiziert, 245 Patienten erlagen der
Krankheit. Bei der bisher folgenschwersten Ebola-Epidemie in
Westafrika kamen 2014/2015 mehr als 11 000 Menschen ums Leben.

Die Eindämmung des gefährlichen hämorrhagischen Fiebers gestaltet
sich in Nord-Kivu besonders schwierig, weil in dem rohstoffreichen
Gebiet mehrere Milizen und bewaffnete Gruppen aktiv sind. Die
US-Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) warnte
daher: «Ein langwieriger Ausbruch ist sehr wahrscheinlich, und das
Ende ist einfach nicht in Sicht.»

Die aktuelle Epidemie wurde im August offiziell bekanntgegeben,
begann aber schon etliche Wochen früher. Der Ausbruch übertrifft
inzwischen auch eine Epidemie in Uganda 2000-2001, bei der es
WHO-Angaben zufolge 425 wahrscheinliche Erkrankungen und 224
Todesfälle gab.

Experten warnten, die Fixierung auf Fall- und Todeszahlen könne den
Blick verstellen auf die schrecklichen Szenen, die sich vor Ort
abspielten. «Wir wissen, dass diese Zahlen nicht abstrakt sind,
sondern bittere Todesfälle und trauernde Familien oder sogar den Tod
ganzer Familien repräsentieren», erklärte WHO-Sprecher Tarik
Ja?arevic. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten
Krankheitserregern der Welt. Infizierte können das nach einem
kongolesischen Fluss benannte Virus über Körperflüssigkeiten wie Blut

und Schweiß oder Erbrochenes übertragen.