Gelbfieber bei deutschen Brasilien-Touristen - Impfung empfohlen

13.04.2018 12:01

Eigentlich gilt Gelbfieber bei Tropen-Reisenden als selten. Der
jüngste bekannte Fall bei einem deutschen Reiserückkehrer war vor
fast 20 Jahren - bis jetzt.

Berlin (dpa) - Drei Deutsche haben sich bei Aufenthalten in Brasilien
mit Gelbfieber angesteckt. «Nach 1999 sind dies die ersten deutschen
Staatsbürger von denen bekannt ist, dass sie an Gelbfieber
erkrankten», heißt es in einem aktuellen Bericht des Robert
Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Einer der Patienten starb an der
Krankheit, die durch Mückenstiche übertragen wird. Alle drei
Reisenden hatten sich den Angaben zufolge im Februar auf der bei
Touristen sehr beliebten Insel Ilha Grande aufgehalten.

Brasilien kämpft derzeit laut Weltgesundheitsorganisation WHO mit der
schlimmsten Gelbfieber-Epidemie seit Jahrzehnten. Aktuell empfiehlt
das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen
«dringend» allen Brasilien-Reisenden ab dem vollendeten 9.
Lebensmonat eine Impfung gegen die schwere Virusinfektion. Spätestens
zehn Tage vor der Einreise soll man sich immunisieren lassen. Die
Empfehlungen waren entsprechend der Verbreitung der Krankheit in
Brasilien ständig erweitert worden. Den Angaben zufolge verlangt das
Land von Einreisenden aus Europa derzeit keinen Nachweis der Impfung.

Die betroffenen Brasilien-Reisenden aus Deutschland waren nach
RKI-Angaben nicht gegen Gelbfieber geimpft und hatten sich vorab auch
nicht reisemedizinisch beraten lassen. Die beiden genesenen Patienten
berichteten nach RKI-Angaben von vielen Mückenstichen beim Trekking,
die Impfhinweise seien ihnen nicht bekannt gewesen. Laut WHO gab es
auch schon mehrere Gelbfieber-Fälle bei Brasilien-Touristen aus
anderen Ländern.

Das Gelbfieber-Virus zirkuliert normalerweise zwischen Affen und
Mücken. Beim Menschen kann die Krankheit sehr unterschiedlich
verlaufen. Sie beginnt mit Symptomen wie hohem Fieber, Übelkeit und
Schmerzen, die nach einigen Tagen abklingen. Bei 15 Prozent der
Erkrankten kommt es zu einer schweren, teils tödlich verlaufenden
zweiten Phase. Dabei kann eine Gelbsucht auftreten - daher der Name
der Infektion. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht.

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