Der schwierige Kampf gegen multiresistente Keime Von Sandra Trauner, dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Ein Erreger namens Klebsiella pneumoniae
4-MRGN hat große Teile der Intensivstation des Frankfurter
Universitätsklinikums lahm gelegt. Welche Gefahr stellt er dar und
was ist für Patienten jetzt wichtig?

Um welchen Krankheitserreger handelt es sich?

Klebsiella pneumoniae ist ein Keim, der beim gesunden Menschen zu den
normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts zählt. Anderswo, zum
Beispiel in der Lunge, ist er gefährlich. Manche Klebsiella-Keime
sind resistent gegen Medikamente. Am gefährlichsten sind die der
Klasse 4-MRGN (die Abkürzung steht für «multiresistent gramnegativ»
).
Sie sind gegen alle vier üblichen, gegen das Bakterium zugelassenen
Antibiotikagruppen immun. Dann besteht nur noch Hoffnung auf
Reserve-Antibiotika.

Wie kam der Keim in die Uni-Klinik?

Ende März wurde ein Patient aufgenommen, der ihn mitbrachte. Die
Klinik hatte ihn von einem anderen Krankenhaus übernommen. Der Mann
war bereits todkrank und starb bald. Dass er resistente
Klebsiella-Keime in sich trug, war bekannt - allerdings wusste man
nur von 3-MRGN, wie Uni-Klinik-Direktor Jürgen Graf berichtet. Die
vierfach resistente Variante wurde erst später entdeckt.

Wo hatte der Mann den Keim her?

Am häufigsten bringen Patienten solche Keime aus dem Ausland mit, vor
allem wenn sie dort im Krankenhaus waren, wie Ursel Heudorf vom
Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt erklärt. In diesem Fall sei der
Patient aber nicht verreist gewesen. Medienberichten zufolge ist der
Mann erkrankt, nachdem er betrunken in einen Bach gefallen war.
Denkbar ist, dass der Keim aus dem Wasser stammt. In einer ersten
Probe habe man allerdings nichts gefunden, sagt der
Krankenhaushygiene-Fachmann Martin Exner.

Wie konnte der Keim sich im Krankenhaus ausbreiten?

Das ist die entscheidende Frage, auf die es derzeit allerdings keine
Antwort gibt. Der Keim wurde an fünf Patienten nachgewiesen. Der
Infizierte lag auf der Intensivstation «isoliert in einem
Einzelzimmer mit Schleuse und Druckkammer», wie der Leiter der
Intensivmedizin, Kai Zacharowski, beteuert. «Wir wissen nicht, wie
die Übertragung stattfinden konnte.» Denkbar ist, dass Personal den
Keim übertrug oder dass er an Geräten klebte, die das Zimmer
verließen.

Wie gefährlich ist sind solche Keime?

«Die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika hat
sich weltweit zu einem gravierenden Problem der öffentlichen
Gesundheit entwickelt», heißt es beim Robert Koch-Institut (RKI). Zur
Häufigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Etwa 30 000 bis 35 000
Patienten stecken sich in Kliniken mit einem multiresistenten Erreger
an (MRE). Wie viele daran sterben, dafür gibt es laut RKI keine
belastbaren Daten. «Nach derzeit bestmöglicher Schätzung dürfte die
se
Zahl zwischen 1000 und 4000 liegen.»

Was wird dagegen getan?

Das Gesundheitsministerium hat eine «Antibiotika Resistenzstrategie»
entwickelt. In einer Datenbank werden Antibiotika-Verbrauch und
Resistenzen erfasst, «um auf der Basis verlässlicher und
repräsentativer Daten Maßnahmen zur Begrenzung des Problems ergreifen
zu können», wie es in der Projektbeschreibung heißt. Auch jeder
Einzelne kann mithelfen, betont das RKI: «Wenn Patienten unnötig
Antibiotika einnehmen oder eine Behandlung vorzeitig abbrechen, kann
das dazu führen, dass die Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren und
dann, wenn es wirklich darauf ankommt, nicht mehr helfen.»

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