Wunderheiler mit GPS-System Interview: Jannis Carmesin, dpa
Mexiko-Stadt/Dresden (dpa) - Seit Wissenschaftler herausgefunden
haben, dass der Axolotl seine Gliedmaßen und Organe bei Verlust oder
Verletzung nachbilden kann, fasziniert er Biologen weltweit. Am
Zentrum für Regenerative Therapien (CRT) der TU Dresden wird daran
gearbeitet, diese besondere Fähigkeit des Axolotl zu entschlüsseln -
und die Erkenntnisse auf die Humanmedizin zu übertragen. Biologin
Andrea Meinhardt erklärt im Interview mit der Deutschen
Presse-Agentur den Stand der Forschung.
Frage: Der Axolotl kann jedes beliebige Körperteil nachbilden. Wie
macht er das?
Antwort: Unsere Forschungsergebnisse belegen, dass der Axolotl zur
Regeneration seiner Verletzungen körpereigene Stammzellen aktiviert.
Diese Zellen sind in der Lage, alle essenziellen Schritte aus der
Embryonalentwicklung aufzurufen und ablaufen zu lassen.
Die Besonderheit ist, dass er nicht das komplette Organ, sondern nur
den fehlenden Teil des Organs regeneriert. Sie nutzen dazu eine Art
GPS-System, durch das sie genau wissen, wo sie sich im Körper
befinden und wie viel Gewebe regeneriert werden muss.
Frage: Kann man die Regeneration mit der Wundheilung beim Menschen
vergleichen?
Antwort: Nein. Zwar ist der Mensch im Kleinkindalter in der Lage,
Fingerkuppen vollständig zu regenerieren und kann auch als
Erwachsener kleine Teile der Leber komplett funktionell regenerieren,
die meisten Organe reagieren jedoch auf Verletzungen mit
Narbenbildung, die zu Funktionsverlust im geschädigten Organ führt.
Beim Axolotl heilt die Verletzung komplett ohne Narbenbildung und die
Organe bleiben vollständig funktionell. Nach der Regeneration kann
man das neu gebildete nicht mehr vom ursprünglichen
Gewebe unterscheiden.
Frage: Inwiefern können die Erkenntnisse über die
Regenerationsfähigkeiten des Axolotl früher oder später auch
Menschen helfen?
Antwort: Es wird noch viele Jahre dauern, bis diese Erkenntnisse für
die therapeutische Anwendung übertragen werden können, aber einen
kleinen Erfolg haben wir schon gefeiert. Basierend auf dem Wissen
über die Regeneration des Rückenmarks im Schwanz des Axolotls konnten
wir erstmals ein kleines dreidimensionales Stück gemustertes
Rückenmark aus embryonalen Stammzellen einer Maus erschaffen. Damit
sind wir unserem Ziel, ein dreidimensionales Stück Rückenmark für die
Behandlung von Rückenmarkverletzungen mittels Transplantation in den
menschlichen Körper zu generieren, ein Stück näher gekommen.
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