«Nature»-Prognose für das Wissenschaftsjahr 2015: Ankunft bei Pluto und das Ende der Ebola-Epidemie:
ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 31. Dezember
15 Uhr, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE
BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN.
Das Wissenschaftsmagazin «Nature» wagt eine Prognose für das Jahr
2015. Im Mittelpunkt stehen demnach der Teilchenbeschleuniger am
Cern, der Kampf gegen Ebola, ein Abkommen gegen den Klimawandel und
zwei Rendezvous im Weltall.
London (dpa) - Teilchenphysik, Klimawandel, Raumfahrt, Medizin: Das
britische Wissenschaftsmagazin «Nature» blickt in die Zukunft und
sagt voraus, welche Themen die Wissenschaftswelt im neuen Jahr
dominieren werden. Demnach endet im März 2015 das zweijährige Warten
auf den Neustart des Large Hadron Colliders (LHC), des
leistungsstärksten Teilchenbeschleunigers der Welt am Europäischen
Kernforschungszentrum Cern in Genf.
Nach der Umrüstungsphase soll der LHC Elementarteilchen mit 14 TeV
(Tetraelektronenvolt) aufeinander losjagen. Das ist etwa doppelt so
schnell wie je zuvor. Damit wollen die Wissenschaftler das
Standardmodell der Teilchenphysik überprüfen.
Eine andere Hoffnung ruht auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen,
der im Dezember 2015 in Paris stattfindet: Die beiden größten
Kohlenstoffdioxid-Emittenten, China und die USA, haben sich in diesem
Jahr bereiterklärt, ihren CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren.
Entsprechend steige die Chance auf ein neues Klimaschutzabkommen mit
verbindlichen Verpflichtungen für die Zeit nach 2020, heißt es in
«Nature».
Gleichzeitig könnte 2015 die durchschnittliche CO2-Konzentration in
der Atmosphäre 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million)
übersteigen. Ein so hoher Wert sei seit Jahrmillionen nicht erreicht
worden, heißt es in dem Fachblatt.
Optimistischer stimmt der Ausblick von «Nature» auf den Verlauf der
Ebola-Epidemie in Westafrika: Im neuen Jahr könne man die Seuche
stoppen, sofern Infizierte schnell erkannt und isoliert würden.
Gleichzeitig sollen zu Jahresbeginn Impfstoffe auf ihre Schutzwirkung
erprobt werden - erste Ergebnisse werden bis Juni erwartet. Bereits
jetzt werden verschiedene Medikamente und Therapien getestet.
Ebenfalls aus dem Pharmazeutik stammt die Prognose zu einer neuen
Klasse von Medikamenten, die die Blutfettwerte senken: Diese
sogenannten PCSK9-Hemmer verringern den Wert des «bösen»
LDL-Cholesterins (Low Density Lipoprotein). Über die Zulassung zweier
solcher Medikamente werde voraussichtlich bis zum Sommer entschieden.
Für die Paläontologie erwartet «Nature» 2015, dass die
Genomsequenzierung eines etwa 400 000 Jahre alten Frühmenschen
abgeschlossen wird. Dessen Überreste waren in Sima de los Huesos,
tief in einer nordspanischen Höhle, gefunden worden. Die Ergebnisse
der Analyse sollen helfen, die Verwandtschaft zwischen Mensch,
Neandertaler und dem sogenannten Denisova-Menschen zu klären.
In der Raumfahrt rücken nach dem Kometen «Tschuri» nun Zwergplaneten
in den Fokus: Die Nasa-Raumsonde «Dawn», im Jahr 2007 gestartet, soll
im März 2015 beim Protoplaneten Ceres ankommen, dem größten
Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Und nach
einer mehr als neunjährigen Reise über Milliarden Kilometer soll die
Nasa-Sonde «New Horizons» im Sommer Pluto erreichen: Am 14. Juli soll
sie dem Zwergplaneten am nächsten kommen und Erkenntnisse etwa über
seine Oberfläche und Atmosphäre liefern.
Auch Deutschland taucht in der «Nature»-Prognose auf: Das neue
Forschungsschiff «Sonne» soll im Frühjahr starten und im Pazifik und
im Indischen Ozean den Geheimnissen der nahezu unerforschten Tiefsee
nachspüren. Das 124,4 Millionen Euro teure schwimmende
Hochleistungslabor ist nach Angaben der Bundesregierung das modernste
Forschungsschiff der Welt.
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