Eine Bonner Erfolgsstory: 40 Jahre Sportinstitut Von Andreas Schirmer, dpa
Die Verzahnung von Sport und Wissenschaft ist im Hochleistungssport
eine Voraussetzung für Erfolg. Das Bundesinstitut für
Sportwissenschaft in Bonn hat sich dieser Aufgabe seit 40 Jahren
verschrieben. Die Institution war nicht immer unumstritten.
Bonn (dpa) - Zum Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in
Bonn gibt es zwei positive Nachrichten: Es feiert an diesem Mittwoch
mit einem Festakt sein 40-jähriges Bestehen - und es existiert aller
Unkenrufen zum Trotz noch immer. «Ich glaube, es ist eine
Erfolgsgeschichte, auch wenn das Bundesinstitut Höhen und Tiefen
durchlaufen hat», bilanzierte Jürgen Fischer, seit 2005 Direktor des
BISp, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Überkommene Strukturen, mangelnde Transparenz, Steuerverschwendu
ng
oder Selbstbedienungsmentalität lauteten die Vorwürfe vor gut einem
Jahr. Sogar eine Schließung des BISp stand als Drohung im Raum. «Die
Optimierungen, die durch den Bundesrechnungshof veranlasst wurden,
spielen einen große Rolle», sagte Fischer. «Die Förder- und
Gutachterverfahren sind komplett neu aufgestellt und transparenter
geworden.» Es sei bedauerlich, dass von diesen Veränderungen so wenig
bekannt sei. «Vielfach ist das ignoriert worden, was uns sehr
bedrückt hat.»
Der BISP-Direktor ist überzeugt, dass der Umbau, die
Umstrukturierung und der Abbau von Altlasten in der Bonner
Einrichtung zum Wohle des Sports gelungen ist. In seinem Festvortrag
über «Die strategische Neuausrichtung» des BISp wird Fischer bei der
Jubiläums-Veranstaltung Bundesinnenminister Thomas de Maizière und
den Festgästen einen Überblick geben.
«Ich habe 2005 kein ganz leichtes Amt angenommen. Wir hatten
damals schon Überprüfungen sowohl vom Bundesverwaltungsamt als auch
vom Bundesrechnungshof. Das alles galt es umzusetzen», sagte Fischer.
«Dass es viele Jahre in Anspruch nehmen würde, war mir klar.» Dazu
gehörte auch eine Neuordnung der Strukturen. «Wir haben manches
besser gemacht. Es ist aber ein steter Prozess.»
In den vergangenen vier Jahrzehnten sind unter der Ägide des BIS
p
mehr als 2000 Projekte gefördert worden. 2011 wird das Institut über
einen Etat von 6,62 Millionen Euro verfügen können, wovon 3,56
Millionen in die Forschungsförderung investiert werden soll. Dabei
sitzen die Wissenschaftler nicht mehr in einem Elfenbeinturm, sondern
suchen das Miteinander von Athleten, Trainern und Verbänden. «Die
Mischung aus wissenschaftlichem Sachverstand und Praktikern bringt
es», sagte Fischer. Das praxisfremde Forschen gehöre der
Vergangenheit an. «Bücher nur für den Bücherschrank zu produzieren,
ist genau das, was ich abzustellen versucht habe.»
Für Aufsehen hat zuletzt die Studie «Doping in Deutschland von
1950 bis heute», ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Deutschen
Olympischen Sportbund (DOSB), gesorgt. Das Ziel ist, die Doping-
Vergangenheit vor allem im Westen Deutschlands aufzuklären. Dabei
wurde Kritik an einer angeblich fragwürdigen Ausschreibung der
500 000 Euro teuren Studie und Mutmaßungen über eine Verstrickungen
des BISp in die Doping-Vergangenheit laut.
«Alle Archive und Materialen stehen zur Verfügung. Da wird nic
hts
zurückgehalten», versicherte Fischer. Nach einem Zwischenbericht über
die 50er und 60er Jahre sollen weitere Ergebnisse über die zwei
Jahrzehnte danach im September 2011 vorgestellt werden. «Dies dürfte
wohl noch interessanter werden», erwartet Fischer.
# dpa-Notizblock
## Internet
- [Homepage Bundesinstitut für Sportwissenschaft](www.bisp.de)
## Orte
- [Bundesinstitut für Sportwissenschaft](Graurheindorfer Str. 198,
Bonn)
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