Ukraine prüft Betrug bei Schweinegrippe-Impfstoff

20.09.2010 18:50

Kiew (dpa) - Beim Kauf von Impfstoff gegen die Schweinegrippe
sollen in der Ukraine etwa 50 Millionen US-Dollar (rund 38,2 Mio.
Euro) unterschlagen worden sein. Ministerpräsident Nikolai Asarow
beschuldigte die Vorgängerregierung sowie ein ausländisches
Unternehmen, die Staatsmittel im vergangenen Jahr veruntreut zu
haben.

Die Regierung habe Klage eingereicht, sagte ein Sprecher am
Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew. Asarow hatte nach
seinem Amtsantritt im März US-Wirtschaftsprüfer beauftragt, die
Geschäfte der alten Regierung zu durchleuchten. Seine Vorgängerin,
die Oppositionsführerin Julia Timoschenko, wies die Vorwürfe zurück.


Timoschenkos Partei BJuT warf Asarow vor, kurz vor Kommunalwahlen
in der früheren Sowjetrepublik mit konstruierten Anschuldigungen
Stimmung gegen die Opposition zu machen. Damit wolle die Regierung
von eigenen Versäumnissen ablenken. Die Schweinegrippe hatte die
Ukraine 2009 schwer getroffen. Nach Schätzungen der
Weltgesundheitsorganisation WHO betrug die Zahl der mit dem
H1N1-Virus infizierten Ukrainer zeitweise fast 800 000.

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