Corona-Appell von Söder und Kretschmann an alle Ministerpräsidenten

31.03.2021 13:37

München/Stuttgart (dpa) - Es ist ein ungewöhnlicher Schritt: In einem
gemeinsamen Brief an ihre 14 Ministerpräsidenten-Kolleginnen und
-Kollegen fordern Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne)
eine strikte Anti-Corona-Politik mit einer konsequenten Umsetzung der
Notbremse in Hotspots, auch mit nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.
Zudem plädieren die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg
für eine Corona-Testpflicht an den Schulen nach den Osterferien.

«Die dritte Welle rollt seit einigen Wochen unerbittlich über das
Land. Die Lage ist ernst, ernster als viele glauben», heißt es in dem
Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die
«Süddeutsche Zeitung» darüber berichtet. «Wir müssen daher unse
re
Verantwortung jetzt wahrnehmen und dürfen nicht länger diskutieren.
Das Virus verzeiht keine Verzögerungen», mahnen Söder und
Kretschmann. «Jeder weitere Tag des Zuwartens bedeutet tausende von
neuen Ansteckungen, die sich exponentiell durch unser Land fressen.»

«Alle Instrumente, wie wir das Virus bekämpfen können, sind vorhanden

- vor allem sind sie gemeinsame Beschlusslage», betonen die beiden
Ministerpräsidenten. «Getragen von einem einheitlichen Geist gilt es
jetzt, die Notbremse ohne weiteres Überlegen und Zögern konsequent
umzusetzen. Hierzu gehören nächtliche Ausgangsbeschränkungen und
adäquate Kontaktbeschränkungen bei einer Inzidenz über 100 sowie eine

konsequente FFP2-Maskenpflicht und Tests.» Man müsse Corona
konsequent bekämpfen. «Sonst laufen wir Gefahr, dass sich durch ein
ständiges Hin und Her die Lage bis in den Sommer hinein fortsetzt.»

Für die Zeit nach den Osterferien fordern beide, man müsse sich über

einheitliche Regelungen für die Schule verständigen, «insbesondere
über eine Testpflicht an den Schulen». «Wer keinen negativen Test
hat, soll dann auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können.»
Das sei vor allem deshalb wichtig, weil sich derzeit die britische
Mutation unter Schülerinnen und Schülern so stark verbreite - und
dann wiederum in die Familien hineingetragen werde, warnen sie.