DAK: Psychische Krankheitsfälle in Gesundheitsbranche am häufigsten

27.03.2021 07:00

Mit Daten von mehr als 280 000 Versicherten hat die Krankenkasse DAK
die Verbreitung von psychischen Erkrankungen untersucht. Ihr Fazit:
Vor allem in einer Branche sind die Beschäftigten am Limit.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die meisten Ausfälle wegen psychischer
Erkrankungen gibt es in Baden-Württemberg weiter bei den
Beschäftigten im Gesundheitswesen - zumindest unter den
DAK-Versicherten. Für ihren aktuellen «Psychreport» hat die
Krankenkasse Daten von mehr als 280 000 ihrer Mitglieder im Südwesten
auswerten lassen. Demnach kamen auf je 100 Beschäftigte im
Gesundheitswesen im vergangenen Jahr rund 295 Fehltage wegen
Depressionen und ähnlicher Erkrankungen - so viele wie in keiner
anderen Branche und deutlich mehr als im Durchschnitt. Der lag bei
201 Tagen je 100 Versicherte und ist damit gegen den Bundestrend
leicht gesunken. Jeder Krankheitsfall für sich dauerte im Schnitt 36
Tage, zweieinhalb mehr als 2019.

«Die aktuelle Analyse zeigt, wie gerade im Gesundheitswesen Menschen
mit psychischen Problemen besonders unter den Belastungen und
Einschränkungen der Pandemie leiden», sagte der Landeschef der
DAK-Gesundheit in Baden-Württemberg, Siegfried Euerle. «Es ist
offensichtlich, dass das Gesundheitswesen bis an die Grenzen belastet
ist.» Dort hatte es aber auch schon vor Corona die meisten
Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen gegeben. Am
zweithäufigsten betroffen waren - ebenfalls erneut - die
DAK-Versicherten in der öffentlichen Verwaltung.

Erhebliche Unterschiede gab es zwischen Männern und Frauen. Während
je 100 weibliche Versicherte im Schnitt auf 244 Fehltage kamen, waren
es bei den Männern nur 165. Häufigster Grund für Fehltage waren
Depressionen. Spürbar an Bedeutung gewonnen hätten unter
Pandemie-Bedingungen sogenannte Anpassungsstörungen. So werden
Reaktionen auf ein belastendes Ereignis genannt, zum Beispiel auf
einen Todesfall. Bei der DAK sind im Südwesten rund 650 000 Menschen
versichert.