Hessen steuert bei Corona-Infektionen auf 20 000er-Marke zu

05.10.2020 16:16

Gibt es demnächst verschärfte Corona-Maßnahmen in Frankfurt? Die
Stadt steuert bei den Neuinfektionen auf die Warnstufe 4 zu. Am
Dienstag will der Krisenstab Maßnahmen beschließen.

Wiesbaden/Frankfurt (dpa/lhe) - In Hessen sind binnen eines Tages 190
weitere Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Gesamtzahl stieg
damit am Montag auf 19 978 Fälle, wie aus den vom hessischen
Sozialministerium in Wiesbaden veröffentlichten Zahlen (14.00 Uhr)
hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um einen auf 553.
Unter den Städten und Kreisen weist Frankfurt mit 47 die meisten
Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner
(Inzidenz) auf. Dahinter folgen die Stadt Offenbach mit 35,2 sowie
der Kreis Groß-Gerau mit 33,3.

Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) verwies
sogar auf 48,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den
vergangenen sieben Tagen. Damit befinde sich die Stadt kurz vor der
4. Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes.
«Wir befürchten, dass wir beim Infektionsgeschehen in den nächsten
Tagen die Eskalationsstufe rot erreichen werden», sagte Majer am
Montag.

Nachdem beim Schwerpunkt der Neuinfektionen in der vergangenen Woche
der Fokus auf einem lokal begrenzten Infektionsausbruch gelegen habe,
werde in dieser Woche deutlich, «dass zwei Drittel der Infektionen
mittlerweile im Bereich des Alltagslebens stattfinden, und nun andere
Maßnahmen erforderlich sind», sagte Majer. Am Dienstag wolle der
Verwaltungsstab - der Krisenstab der Stadt - Maßnahmen für das
Erreichen der Alarmstufe Rot beschließen.

Auch in Frankfurt müsse damit gerechnet werden, dass bei 50
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche höchstens 25
Teilnehmende in öffentlichen oder angemieteten Räumen erlaubt sind,
sagte Majer. Für Feiern in privaten Räumen werde voraussichtlich eine
Höchstzahl von 10 Personen dringlich empfohlen.

Ein Eskalationskonzept der hessischen Landesregierung sieht beim
Überschreiten verschiedener Inzidenz-Werte gestaffelte Warnstufen
vor. Ab einer Inzidenz von 20 sind dies etwa erhöhte Aufmerksamkeit
und ein erweitertes Meldewesen. Über einer Inzidenz von 35 sind
weitere Beschränkungen möglich, die mit dem Planungsstab des
Ministeriums abgestimmt werden müssen. Ab einem Wert von 50 greift
laut Ministerium ein «konsequentes Beschränkungskonzept».