NRW-Firmen streichen Weihnachtsfeiern - Gastwirte erwarten Einbruch

04.10.2020 05:00

Zum Jahresausklang noch mal kräftig auf Firmenkosten feiern - auch
darauf müssen im Corona-Jahr 2020 viele Beschäftigte verzichten. Die
Stimmung hebt das nicht - und die Gastronomie rechnet mit weiteren
herben Einbußen.

Neuss (dpa/lnw) - Die Gastronomie in Nordrhein-Westfalen erwartet am
Jahresende deutliche Umsatzrückgänge, weil wegen der Corona-Pandemie
zahlreiche Weihnachtsfeiern gestrichen werden. «Nach einer
stichprobenartigen Umfrage bei Gastwirten und Caterern fallen 80 bis
90 Prozent der Feiern aus», sagte Dehoga-NRW-Sprecher Thorsten
Hellwig der dpa. «Das sind mehr als empfindliche Einbußen.» Beziffern

konnte Hellwig das Umsatzvolumen durch Weihnachtsfeiern nicht -
angesichts von über 44 000 Gaststätten, davon 5200 Kantinen und
Caterer in Nordrhein-Westfalen, dürfte es sich aber um Millionen
handeln.

Das Geschäft zum Jahresende mit Gänseessen, Weihnachts- und
Silvesterfeiern spielt für die Branche laut Hellwig eine wichtige
Rolle. Die Feiern würden in der Regel frühzeitig geplant; in diesem
Jahr sei das aber unmöglich, denn wenn die Coronazahlen am
Veranstaltungsort zu hoch steigen, müssten Teilnehmerzahlen teils
deutlich reduziert oder Veranstaltungen abgesagt werden. Ab 50
Infektionen auf 100 000 Menschen in den letzten sieben Tagen sind
nach der aktuellen Coronaschutzverordnung nur noch 25 Teilnehmer bei
Feiern erlaubt.

Viele Firmen empfänden Weihnachtsfeiern in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten mit Kurzarbeit, ungewisser Zukunft und Corona-bedingter
«Quarantäneangst» offensichtlich als unpassend, berichtete Hellwig.
Die Branche hoffe aber trotzdem darauf, dass zumindest kleinere
Weihnachtsfeiern vielleicht doch noch kurzfristig stattfinden
könnten. Schon jetzt rechneten die NRW-Gastwirte für das laufende
Jahr mit knapp über 50 Prozent Umsatzverlust im Vorjahresvergleich.
Nach einer Anfang September veröffentlichten Umfrage des
Gastronomie-Verbandes kämpfen fast drei Viertel der Unternehmen im
Land wegen der Pandemie um ihr wirtschaftliches Überleben.