Corona-Ausbruch: Landkreise unterschiedlich stark betroffen

22.06.2020 20:42

Hamm/Soest/Bielefeld (dpa/lnw) - Nach dem massenhaften
Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück hat
vor allem der Kreis Gütersloh mit dem Ausbruch zu kämpfen. Dort leben
die meisten der 6500 Beschäftigten. Doch auch die umliegenden
Landkreise und Städte sind betroffen.

Im KREIS WARENDORF waren mit Stand von Montagnachmittag 212 hier
wohnende Tönnies-Mitarbeiter infiziert. Das sind 72 Mitarbeiter mehr
als noch am Sonntag. Insgesamt leben im Kreisgebiet nach Angaben der
Kreisverwaltung 1243 Mitarbeiter, die bei Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück arbeiten. Seit Sonntag unterstützen drei
Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts das Kreisgesundheitsamt bei der
Nachverfolgung von Kontaktpersonen.

Im KREIS SOEST wurden bis Montag 15 Infizierte registriert, fünf von
ihnen sind Tönnies-Mitarbeiter. Die Kreisverwaltung geht davon aus,
dass im Kreisgebiet 177 Menschen leben, die bei Tönnies arbeiten.

Den Behörden in BIELEFELD waren am Montag 26 Infizierte bekannt. Neun
von ihnen hätten einen Tönnies-Bezug, sagte ein Stadtsprecher. Der
Stadtverwaltung sind bislang 161 Mitarbeiter bekannt. Die Daten von
40 weiteren seien angekündigt, so der Sprecher weiter. Insgesamt
stünden rund 350 Menschen unter Quarantäne.

In HAMM waren am Montag 51 Infizierte bekannt, 48 von ihnen sind
Tönnies-Mitarbeiter und deren Angehörige. Ein Tönnies-Mitarbeiter
liegt im Krankenhaus. In Quarantäne sind derzeit 495 Personen,
«überwiegend» wegen des Ausbruchs bei Tönnies. In Hamm leben nach
Angaben der Stadt 110 Menschen, die in der Fabrik arbeiten.

Im KREIS PADERBORN waren am Samstag 39 Infizierte bekannt. Am
Montagmorgen brachte die Kreisverwaltung zehn davon mit dem
Tönnies-Ausbruch in Verbindung. Rund 50 Beschäftigten haben ihren
Wohnsitz im Kreis Paderborn.

In STADT UND LANDKREIS OSNABRÜCK im angrenzenden Niedersachsen waren
am Montag rund 30 Tönnies-Mitarbeiter unter Quarantäne. Erste Tests
hätten keine Infektionsfälle gezeigt, sagte ein Sprecher des
Landkreises am Montag. Da sie negativ getestet wurden, gelten sie im
Moment nur als Kontaktpersonen. Familienangehörige von
Kontaktpersonen kommen nicht in Quarantäne.