Gut 20 Prozent der Schüler haben in den Pfingstferien gebüffelt

19.06.2020 04:00

Magdeburg (dpa/sa) - Kinder und Jugendliche konnten in den
Pfingstferien Lernstoff aufholen, den sie wegen der Corona-Pandemie
verpasst haben: Diese Angebote an den Schulen sind aber sehr
unterschiedlich in Anspruch genommen worden, wie eine Auswertung des
Bildungsministeriums zeigt. Demnach haben etwa 20 bis 25 Prozent der
Schülerinnen und Schüler aller Schulformen mitgemacht.

An den Grund- und Förderschulen etwa habe das Spektrum zwischen 0 und
85 Prozent Teilnahme gelegen. Im Schnitt habe jeder vierte
Grundschüler das Angebot zum Lernstoff-Aufholen angenommen. An den
Gymnasien und Gesamtschulen habe die Quote bei etwa 30 Prozent
gelegen. Laut Ministerium haben etwa 90 Prozent der Schulen im Land
ein Lernangebot in den zweiwöchigen Pfingstferien in der zweiten
Mai-Hälfte unterbreitet.

An den Grundschulen wurden den Angaben zufolge gezielt Schülerinnen
und Schüler mit Lernschwierigkeiten, mit Migrationshintergrund oder
aus sozial schwachen Familien angesprochen. Kinder, die Hilfe
benötigten, hätten die Angebote aber oft nicht wahrgenommen. Auf
Nachfragen sei häufig nicht reagiert worden. Der Schülertransport sei
ein großes Problem gewesen, teils hätten die öffentlichen
Verkehrsmittel nicht zur Verfügung gestanden.

Die Lehrkräfte haben der Auswertung zufolge bestätigt, dass auf
einzelne Defizite gezielter eingegangen werden konnte. Die Arbeit in
kleinen Gruppen habe den Schülern mehr Sicherheit und Selbstvertrauen
beim Lernen gebracht.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) erklärte: «Ich bin dankbar, dass
die Ferienangebote mit viel Energie und Kraft von den Lehrkräften
gestemmt worden sind. In einer Schnellauswertung sind sowohl die
Vorteile als auch die Schwierigkeiten sichtbar geworden. Derzeit
diskutieren wir die Fragen, ob und wie Ferienangebote in den
Sommerferien sinnvoll zu gestalten sind. Dabei muss die Frage der
Belastung von Lehrkräften aber auch das Interesse der Schülerinnen
und Schüler eine Rolle spielen.» Eine Entscheidung wird in der
kommenden Woche erwartet.

Die Landesregierung hatte die Schulen ab dem 16. März geschlossen, um
die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Schulen
versuchten, die Schüler online zu unterrichten oder sie auf anderem
Wege mit Lernaufgaben zu versorgen. Das funktionierte jedoch nicht
überall. Seit dem 22. April werden die Schüler wieder sukzessive in
die Klassenräume zurückgeholt.