Vierjähriger Junge getötet - Stiefmutter in Untersuchungshaft

08.11.2019 16:28

In einer Kleinstadt in der Oberpfalz stirbt ein vierjähriger Junge.
Die Stiefmutter des Kindes sitzt in Untersuchungshaft. Der
Bürgermeister der Stadt ist bestürzt.

Eschenbach in der Oberpfalz (dpay) - Eine Stiefmutter wird
verdächtigt, in Eschenbach in der Oberpfalz einen vier Jahre alten
Jungen getötet zu haben. Sie sitze wegen Verdachts des Totschlags in
Untersuchungshaft, teilte die Polizei am Freitag mit.

Die 25 Jahre alte Frau hatte den Angaben nach in der Nacht zum Montag
einen Notruf abgesetzt, weil das Kind bewusstlos war und nicht
atmete. Rettungskräfte konnten den Vierjährigen nicht wiederbeleben.
Er starb in der Wohnung, in der die 25-Jährige gemeinsam mit dem
Vater des Jungen und dessen weiteren Kindern lebt.

Rechtsmediziner stellten bei einer Untersuchung einen Tag später
fest, dass das Kind wegen zunächst nicht sichtbarer Gewalteinwirkung
starb, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Mittwoch nahmen Ermittler
die Philippinerin fest, am Donnerstagabend wurde sie einem
Ermittlungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

In der Tatnacht war der Vater nicht zu Hause, wie der Sprecher sagte.
Ob und wie andere Kinder die Tat miterleben mussten, konnte er
zunächst nicht sagen. «Die Kinder befinden sich in der Obhut des
Vaters.» Er sei mit der Philippinerin verheiratet, die dem Sprecher
zufolge seit geraumer Zeit in Bayern wohne. Die leibliche Mutter des
Kindes lebe nicht in Deutschland.

Eschenbach in der Oberpfalz ist eine im hügeligen Oberpfälzer Wald
gelegene Kleinstadt mit rund 4000 Einwohnern. Sie liegt im Landkreis
Neustadt an der Waldnaab, nördlich des US-Truppenübungsplatzes
Grafenwöhr. Die Stadt ist umgeben von Weihern, die als
Naherholungsgebiet zu Ausflügen einladen. Er sei bestürzt, sagte
Peter Lehr, erster Bürgermeister der Stadt. Er habe im Laufe des
Freitags vom Tod des Jungen erfahren.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun, wie genau der Vierjährige starb.
Unklar blieb für die Beamten zunächst auch das Motiv der Frau. Zur
Tat äußerte sich die 25-Jährige erst einmal nicht.





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