Münchner Kliniken stocken zur Wiesn auf - mehr Notfälle

20.09.2019 14:16

München (dpa/lby) - Die Kliniken in München haben sich teils mit
Notfall-Übungen und mehr Personal auf das Oktoberfest vorbereitet.
Das nahe gelegene Rotkreuzklinikum stockt nicht nur medizinisches
Personal auf, sondern engagiert zusätzliche Reinigungskräfte und
Sicherheitskräfte. «Für Ärzte und Pflegepersonal herrscht in dieser

Zeit Urlaubssperre. Gerade an Wochenenden und nachts gibt es in den
zwei Oktoberfestwochen nämlich alle Hände voll zu tun», sagt der
Chefarzt Zentrale Patientenaufnahme, Johannes Maxrath.

2018 wurden dort zur Wiesn rund 1200 Menschen in der Notaufnahme
behandelt - doppelt so viele wie sonst. Maxrath und sein Team haben
sich auch mit einem Probealarm vorbereitet, bei dem Notfallpläne und
Blutkonserven-Vorräte überprüft wurden.

Die Notaufnahmen in der Chirurgie und der Inneren Medizin des
Uni-Klinikums der LMU sind ebenfalls Anlaufstellen für
Wiesn-Besucher. Bei Stoßzeiten stehe ein Dienstarzt mehr zur
Verfügung und es könne weiter aufgestockt werden, teilte ein Sprecher
mit. Durch jahrzehntelange Erfahrung seien Ärzte und Pfleger gut
vorbereitet.

Auch andere Notaufnahmen wappnen sich. «Bei täglich rund 400 000
Festbesuchern ist die Stadt deutlich voller als sonst, weshalb die
Patientenzahlen selbst ohne «Bierleichen» höher wären als an andere
n
Tagen», sagt Karl-Georg Kanz, Leiter der Chirurgischen Notaufnahme im
Klinikum rechts der Isar der TUM. Die meisten Alkoholgeschädigten
kämen nicht von der Wiesn. «Schlimmer sind die «After Wiesn-Partys»
,
wo auch noch Schnäpse und sonstige berauschende Substanzen konsumiert
werden.»

Auch in den vier Notfallzentren der München Klinik in Schwabing,
Bogenhausen, Neuperlach und Harlaching steigen die Patientenzahlen -
vor allem an den Wochenenden. Selbst eine vermeintlich klassische
«Bierleiche» werde bis zu zehn Stunden aufwendig untersucht und
überwacht, um keine eventuell lebensbedrohlichen Erkrankungen zu
übersehen. Erst danach dürfe geschmunzelt werden über den Australier,

der sich nach einer Maß Bier selbst als sterbenskrank einlieferte.

Die erste Arbeit leisten 600 Helfer und 50 Ärzte der Aicher Ambulanz
Union in der Wiesnsanitätswache. 2018 versorgten sie 3580 Patienten
ärztlich, darunter 760 Fälle von Intoxikation - zu viel Bier.





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