Crashtest für Spahn oder ein Experte als Truppenbetreuer?

03.07.2019 15:09

Berlin (dpa) - Was hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen
(CDU) mit ihren beiden Vorgängern Thomas de Maizière (CDU) und
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gemeinsam? Erstens: Alle drei wurden
vorübergehend als mögliche Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel
(CDU) gehandelt. Und zweitens: Alle drei bestanden den Crashtest im
Verteidigungsministerium für das höchste Regierungsamt nicht.

Sollte von der Leyen am 1. November als erste Frau Präsidentin der
EU-Kommission werden, könnte erneut jemand in die Chefetage des
Bendlerblocks einziehen, für den der schwierige Kabinettsposten eine
Bewährungsprobe wäre: Gesundheitsminister Jens Spahn. Sein Name fällt

bei den Spekulationen um die mögliche Nachfolge von der Leyens am
häufigsten. Daneben werden drei Verteidigungsexperten gehandelt.

- Für SPAHN wäre der Wechsel ins Verteidigungsministerium durchaus
nochmal eine Beförderung. Außenpolitisch gilt das Mitglied der
Atlantik-Brücke und der Vertraute des umstrittenen US-Botschafters
Richard Grenell vor allem als glühender Verfechter der
deutsch-amerikanischen Freundschaft. Spahn landete bei der Wahl von
Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin Ende 2018 zwar hinter
ihr und Friedrich Merz auf dem dritten und letzten Platz. Trotzdem
wird er neben Merz und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als
potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt.

- PETER TAUBER kennt man vor allem aus seiner Zeit als
CDU-Generalsekretär von Dezember 2013 an. Anfang 2018 legte der
44-Jährige nach einer schweren Krankheit das Amt nieder. Inzwischen
ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium.
Tauber nimmt regelmäßig an Wehrübungen teil und hat einen sehr guten

Draht in die Truppe - was man von der amtierenden Ministerin nicht
behaupten kann.

- JOHANN WADEPHUL ist stellvertretender Vorsitzender der
CDU/CSU-Fraktion für Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.
Der 56-jährige Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Landesgruppe
war vier Jahre lang Zeitsoldat bei der Bundeswehr, studierte dann
Jura und ist seit 2009 Mitglied des Bundestags.

- HENNING OTTE ist der Obmann der CDU/CSU im Verteidigungsausschuss
des Bundestags und begleitete die Amtszeit von der Leyens durchaus
kritisch. Der 50-Jährige zählt zu denjenigen in der CDU, die lieber
Merz als Parteivorsitzenden gesehen hätten. Auch er hat eigene
Erfahrungen bei der Truppe gesammelt. Nach dem Abitur wurde er beim
Panzerbataillon 333 in Celle zum Reserveoffizier ausgebildet.