Kliniken behandeln weniger Brustkrebs - Erkrankungszahl stagniert

04.02.2019 14:50

In den deutschen Krankenhäusern sinkt die Zahl der Frauen, die wegen
Brustkrebs behandelt werden. Eine gute Nachricht? Leider bedeutet der
Rückgang nicht, dass die Krankheit seltener wird.

Wiesbaden (dpa) - In Deutschland werden deutlich weniger Frauen wegen
Brustkrebs im Krankenhaus behandelt als noch vor 10 Jahen. Im Jahr
2017 warens es 129 692 Patientinnen. Im Vergleich zu 2007 sei die
Zahl der Behandlungen damit um 11,9 Prozent zurückgegangen, teilte
das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Das bedeutet aber nicht, dass weniger Frauen eine Brustkrebs-Diagnose
bekommen als früher. «Nach unserer Einschätzung spiegelt diese
Entwicklung nicht die Entwicklung der Neuerkrankungen in diesem
Zeitraum wider. Hier würden wir eher davon ausgehen, dass die Zahlen
in 2017 noch etwas höher liegen als 2007», sagte Klaus Kraywinkel,
der am Robert-Koch-Institut (RKI) das Zentrum für Krebsregisterdaten
leitet. Nach Schätzungen des RKI stagnierte die Zahl der
Neuerkrankungen an Brustkrebs von 2007 bis 2014 zwischen 69 000 und
72 000 pro Jahr - auch für das vergangene Jahr erwarten die
Krebsforscher einen ähnlichen Wert.

Viele Behandlungen - darunter sogar Chemotherapien - würden
mittlerweile ambulant durchgeführt. Außerdem versuche man bei
Operationen heute eher, die betroffene Brust möglichst weitgehend zu
erhalten, anstatt sie komplett zu entfernen. Diese leichteren
Eingriffe können Kraywinkel zufolge dazu führen, dass weniger
Nachbehandlungen nötig seien und Frauen somit seltener in den
Krankenhaus-Statistiken auftauchen. Auch das zwischen 2005 und 2009
eingeführte Mammographie-Screening für ältere Frauen habe
möglicherweise einen Einfluss darauf, dass Erkrankungen früher
erkannt und somit besser behandelt werden können.

Laut Statistischem Bundesamt waren die meisten Patientinnen, die mit
einer Brustkrebsdiagnose stationär behandelt wurden, 50 Jahre und
älter. Diese Gruppe machte einen Anteil von 81 Prozent der
Patientinnen aus. Nur zwei Prozent waren unter 35 Jahre alt.

2016 war Brustkrebs bei Frauen die häufigste Krebserkrankung mit
Todesfolge - 18 570 Frauen starben daran. Insgesamt starben 125 128
Männer und 105 597 Frauen an Krebs - die Männern am häufigsten an
Lungen- und Bronchialkrebs.