Bisher weniger Grippefälle im Südwesten als im Vorjahr

09.01.2019 05:45

Die Grippe ist eine schwere Krankheit, an der jedes Jahr
viele Menschen sterben. In dieser Saison gibt es im Südwesten bisher
weniger Fälle als in der Vorsaison. Die Nachfrage nach Impfungen ist
groß.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Grippe hat sich in dieser Saison in
Baden-Württemberg bisher deutlich weniger verbreitet als 2017/18.
Aktuell seien 348 Influenza-Erkrankungen bekannt, teilte das
Gesundheitsministerium in Stuttgart mit. 2017/18 habe die Zahl zum
gleichen Zeitpunkt bei 706 gelegen. Allerdings bestehe eine
Meldepflicht nur bei Labornachweis. Daher könne es tatsächlich mehr
Erkrankte geben.

Um einem Mangel entgegenzuwirken, hatten die Regierungspräsidien im
Dezember gestattet, Impfstoff aus dem Ausland zu beziehen. Ob
Großhändler und Apotheker diese Möglichkeit genutzt haben, ist dem
Ministerium nach Angaben eines Sprechers nicht bekannt. Das Land habe
keinen direkten Einfluss auf die bestellten Impfstoffmengen.

Da in dieser Influenza-Saison annähernd so viel Impfstoff auf dem
Markt zur Verfügung stehe wie in der letzten Saison, bedeute der
aktuelle Engpass, dass bereits sehr viele Menschen gegen Grippe
geimpft seien, teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mit.
«Das ist aus meiner Sicht eine positive Nachricht, und genau deshalb
habe ich schon vor Monaten öffentlich dazu aufgerufen, sich impfen zu
lassen.» Denn grundsätzlich gelte: Je mehr Menschen geimpft seien,
umso weniger könnten sich die Influenzaviren weiterverbreiten.

Andererseits sei es bedauerlich, wenn impfwillige Bürger bei ihrem
Arzt oder ihrer Apotheke keinen Impfstoff erhalten könnten. «Daher
begrüße er, dass die Regierungspräsidien als zuständige
Arzneimittelaufsichtsbehörden den Weg für den Bezug von Impfstoffen
aus dem Ausland frei gemacht haben.

In der gesamten Grippesaison 2017/18 hatte es nach
Ministeriumsangaben knapp 36 000 Influenzafälle gegeben, deutlich
mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.