Weniger ältere Menschen lassen sich gegen Grippe impfen

Berlin (dpa) - In Deutschland lassen sich immer weniger Senioren
gegen Grippe impfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Robert
Koch-Instituts (RKI) zum Impfverhalten in Deutschland. Waren in der
Saison 2009/2010 noch 47,7 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geimpft,
so lag dieser Anteil in der Saison 2015/2016 nur noch bei 35,3
Prozent. Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich. In
Sachsen-Anhalt waren 55,7 Prozent der Senioren geimpft, in
Baden-Württemberg hingegen nur 20,1 Prozent. Die Autoren mahnen
größere Anstrengungen an, um den Nutzen der Impfung zu vermitteln.

Laut RKI werden zudem viele Kinder ungenügend gegen Masern geimpft.
Die erste Impfung wird im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die
zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten. Mit 24 Monaten waren dem RKI
zufolge allerdings 150 000 Kinder des Jahrgangs 2013 nicht
vollständig und weitere 28 000 Kinder gar nicht gegen Masern geimpft.
«Schlimm, dass Deutschland inzwischen in Europa das Schlusslicht der
Masernelimination darstellt», kritisierte Lothar H. Wieler, Präsident
des Robert Koch-Instituts. Besonders niedrig sei die Impfquote in den
Ballungsräumen wie Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig, München und
Berlin.

Die Quote für die erste Masernimpfung sei leicht auf 95,9 Prozent
gestiegen. Für die zweite Impfung sei im Alter von 24 Monaten ein
starker Aufwärtstrend zu beobachten - von 59,1 Prozent im
Geburtsjahrgang 2004 auf 73,7 Prozent im Geburtsjahrgang 2013. Für
die gewünschte Eliminierung von Masern sei jedoch eine Impfquote
von mindestens 95 Prozent für die zweifache Masern-Impfung nötig oder
eine Bevölkerungsimmunität von 95 Prozent.