Selbstständige können wieder gesetzliches Krankengeld erhalten

Freiberufler und Selbständige müssen eine Wahlerklärung zum gesetzlichen Krankengeldanspruch einreichen

Selbständige haben seit August 2009 wieder einen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld. Wenn sie statt des ermäßigten Beitragssatzes den normalen Beitragssatz bezahlen, erhalten sie nach der sechsten Krankheitswoche Krankengeld. Damit wurde die Änderung vom Januar 2009 zurückgenommen.

Krankengeld-Wahltarife vom 1. Januar 2009 sind ungültig

Am 1. Januar 2009 war eine Neuregelung zum Krankengeld für Selbstständige in Kraft getreten. Der Anspruch auf Krankengeld für bestimmte Personengruppen war entfallen. Stattdessen wurden Krankengeld-Wahltarife von den Krankenkassen angeboten. Die komplizierte Ausgestaltung dieser Tarife und die Staffelung der Beiträge nach Alter und Geschlecht wurde von Selbstständigen und Freiberuflern kritisiert. Mit dem „Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften" hat die Regierung das gesetzliche Krankengeld für Selbstständige zum 1. August 2009 wieder eingeführt und die Staffelungen abgeschafft. Die vorherigen Wahltarife sind nicht mehr gültig.

Selbstständige sowie Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung haben, können seit August 2009 wieder das gesetzliche Krankengeld wählen. Damit erhalten sie ab dem 43. Tag nach der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit einen Lohnersatz. Nach § 44 (2) des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) hat ein „hauptberuflich selbstständig Erwerbstätiger" einen Anspruch auf Krankengeld, wenn er „gegenüber der Krankenkasse erklärt, dass die Mitgliedschaft den Anspruch auf Krankengeld umfassen soll (Wahlerklärung)".

Für Selbstständige, die den gesetzlichen Krankengeldanspruch gewählt haben, gilt der allgemeine Beitragssatz. Dieser liegt um 0,6 Prozentpunkte über dem ermäßigten Beitragssatz, den viele Selbstständige zahlen.

Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßig erzielten Bruttoentgelts, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt. Die Berechnung ist analog zur Berechnung des Krankengelds für Arbeitnehmer aufgebaut. Haben Sie in den letzten 12 Monaten beitragspflichtige Einmalzahlungen wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten, kann das Krankengeld bis zu 100 Prozent des Nettoentgelts betragen. Allerdings gibt es eine Obergrenze: Das Krankengeld für Selbstständige und Freiberufler beläuft sich auf maximal 85,75 Euro pro Kalendertag (Wert für 2009). Ein Kalendermonat wird mit 30 Tagen angesetzt. Für einen ganzen Kalendermonat erhalten Sie also maximal 2572,50 Euro Krankengeld.

Wie bei Wahltarifen gilt auch beim gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld für Selbstständige eine 3-jährige Mindestlaufzeit. Die Wahl löst aber keine Bindungswirkung an die Mitgliedschaft bei einer bestimmten gesetzlichen Krankenkasse aus. Man ist lediglich für drei Jahre an die Zahlung des normalen Beitragssatzes mit Anspruch auf Krankengeld gebunden. Die Kasse kann nach der üblichen Frist von 18 Monaten gewechselt werden.

Der gesetzliche Anspruch auf Krankengeld für Selbstständige darf nicht mit den Wahltarifen zum Krankengeld verwechselt werden. Diese werden weiterhin angeboten und dienen meist der Absicherung in den ersten sechs Krankheitswochen.