Krankengeld für Arbeitnehmer und freiwillig Versicherte

Selbstständige und Freiberufler können auch Krankenkgeld erhalten

Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen haben Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie arbeitsunfähig macht oder sie auf Kosten der Krankenkassen stationär behandelt werden. Im Zuge der Gesundheitsreform wurde dieser Anspruch 2009 vorübergehend auf regulär beschäftigte Arbeitnehmer beschränkt. Hauptberuflich Selbstständige und Freiberufler können sich heute aber wieder mit Anspruch auf Krankengeld versichern. Voraussetzung ist, dass sie den normalen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen.

Bei Arbeitsunfähigkeit erhalten Arbeitnehmer in der Regel zunächst sechs Wochen Lohnfortzahlung von ihrem Arbeitgeber. Kleine Unternehmen müssen diese Belastung übrigens nicht alleine schultern: über das Umlageverfahren U1 ersetzt ihnen die Krankenkasse einen Teil der Kosten.

Nach Ablauf von sechs Wochen kann Krankengeld von der Krankenkasse ausgezahlt werden. Nach dieser Frist kann auch ein hauptberuflich Selbstständiger oder ein Freiberufler Krankengeld erhalten. Mit einem Wahltarif Krankengeld können sich Selbstständige und Freiberufler bereits einen früheren Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse sichern.

Im gesetzlich vorgesehenen Regelfall beträgt das Krankengeld 70 Prozent des zuvor erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, so weit es der Beitragsberechnung unterliegt. Das heißt, dass auch Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld in die Berechnung dieses Bruttoeinkommens eingehen. Allzu kreativer Rechnerei, bei der das Bruttoeinkommen in die Höhe gerechnet wird, hat der Gesetzgeber allerdings einen Riegel vorgeschoben. Mehr als 90 Prozent des erzielten Nettoarbeitsentgeltes werden auf keinen Fall ausgezahlt.

Berechnet wird das Krankengeld für Kalendertage und es wird auch über einen längeren Zeitraum bezahlt. Erst nach 78 Wochen ist Schluss. Wer zwischendurch wieder arbeitet und innerhalb von drei Jahren erneut wegen der selben Krankheit arbeitsunfähig wird, muss sich den Zeitraum anrechnen lassen, für den bereits Krankengeld gezahlt wurde. In einem neuen Drei-Jahres-Zeitraum besteht ein neuer Anspruch auf Krankengeld wegen derselben Krankheit nur unter bestimmten Bedingungen. So muss der Betreffende bei Eintritt der erneuten Arbeitsunfähigkeit

  • mit Anspruch auf Krankengeld versichert sein
  • in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig gewesen sein
  • zuvor erwerbstätig oder als Arbeitssuchend gemeldet gewesen sein.

Mit diesen Einschränkungen soll verhindert werden, dass aus dem Krankengeld eine Dauerrente wird.

Krankengeld für die Pflege eines erkrankten Kindes

Anspruch auf Krankengeld entsteht nicht nur, wenn der Versicherte erkrankt ist. Auch für den Zeitraum, währen dessen ein erkranktes Kind gepflegt wird, kann unter Umständen Krankengeld gezahlt werden. Das gilt aber nur, wenn keine andere in Ihrem Haushalt lebende Person das Kind beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann.

Der Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes besteht nur für versicherte Kinder und ist daher auf die Fälle beschränkt, in denen das erkrankte Kind gesetzlich krankenversichert ist.

Die Bezugsdauer beim Kinderkrankengeld beträgt zehn Tage für jedes Kind, bei Alleinerziehenden 20 Arbeitstage. Mit dem doppelten Anspruch sollen Kinder allein erziehender Versicherter gegenüber denen von Ehepaaren nicht schlechter gestellt werden. Für Versicherte mit mehr als zwei Kindern sind jedoch Grenzen gesetzt. Sie können sich maximal für 25 (Alleinerziehende 50) Arbeitstage im Kalenderjahr von der Arbeit freistellen lassen.

Das Kinderpflege-Krankengeld wird gezahlt, wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Ansprüche des Versicherten gegen seinen Arbeitgeber auf bezahlte Freistellung von der Arbeit gehen dem Anspruch auf Kinderpflege-Krankengeld vor.