Krankenkassen bezahlen Hautkrebsvorsorge

Versicherte ab 35 Jahre können sich alle zwei Jahre untersuchen lassen

Hautkrebsvorsorge ist seit Juli 2008 Krankenkassenleistung. Jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Hautkrebsvorsorgeuntersuchen. Wie bei anderen Vorsorgeuntersuchungen entfällt die Praxisgebühr. «Bisher hatte keine Generation ein so hohes Hautkrebsrisiko wie die der heute 35-Jährigen», sagte Eckhard Breitbart, der zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Früh erkannt sei Hautkrebs jedoch zu fast 100 Prozent heilbar.

Auftreten kann die Krankheit überall. Sie ist laut Breitbart aber häufiger an Händen und Gesicht zu finden, weil diese Körperteile der gesundheitsschädlichen UV-Strahlung stärker ausgesetzt sind als andere. Berechtigt zur Untersuchung sind dem ADP-Vorsitzenden zufolge die Haut- und Hausärzte - also auch Allgemeinmediziner, Internisten und praktische Ärzte -, die nachweislich an einer achtstündigen Schulung teilgenommen haben.

Für die unkomplizierte und schmerzfreie Kontrolle muss sich der Patient ganz entkleiden. Begonnen wird an der Kopfhaut, dann geht es Stück für Stück den gesamten Körper entlang. «Der Arzt schaut auch hinter und in die Ohren, in den Mund, unter die Achselhöhlen und auf die Nägel», sagt Breitbart. Kontrolliert wird außerdem zwischen den Pobacken, am Genitalbereich und bei Frauen unter der Brust. Auch die Fußsohlen und Zehenzwischenräume kommen an die Reihe. Abschließend erhält der Patient Ratschläge, wie er Hautkrebs vorbeugen kann - laut Breitbart meist in Form einer Broschüre der Deutschen Krebshilfe.

Haus- und Hautärzte müssen sich für die Untersuchung fortbilden. In einem achtstündigen Schulungsprogramm werden sie für die Untersuchung ausgebildet. Im Falle einer Hautkrebs-Diagnose verweist der Hausarzt an einen Spezialisten.

Zum Abschluss der Vorsorgeuntersuchung sollen die Ärzte ihre Patienten umfassend über die Risiken durch UV-Strahlung aufklären und sie über den richtigen Umgang mit Sonne und Solarien beraten. Sonnenbrand in der Kindheit zähle zu den größten Risiken, an Hautkrebs zu erkranken.

 

Weitere Informationen: