Zahnersatz und Zahnfüllungen

Feste Zuschüsse beim Zahnersatz, günstigste Lösung bei Zahnfüllungen

Zahnersatz

Ob Zahnkronen, Brücken oder Prothesen - der Zahnersatz ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Bezuschussung von Zahnersatzleistungen durch die Krankenkasse deckt aber in der Regel nicht alle Kosten: Der gesetzlich versicherte Patient muss zuzahlen. Die Krankenkassen zahlen für den Zahnersatz festgelegte Zuschüsse, so genannte befundbezogene Festzuschüsse.

Zahnersatz - das sind Kronen, Brücken, herausnehmbare Prothesen und Implantate. Die Höhe des Krankenkassenzuschusses richtet sich nicht nach der Behandlungsmethode, sondern nach dem zahnärztlichen Befund - der Zahnlücke, die ersetzt wird oder dem Zahn, der überkront werden muss. Den befundbezogenen Festzuschuss zahlt die Krankenkasse unabhängig davon, ob Sie sich für eine einfache oder eine aufwändige Therapie entscheiden.

Angenommen, der zahnärztliche Befund lautet: Zahnlücke mit einem fehlenden Zahn. In der Mehrzahl der Fälle wird der fehlende Zahn durch eine Brückenkonstruktion ausgeglichen. Diese Lösung entspricht der so genannten Regelversorgung. Patienten können sich jedoch auch für eine andere, aufwändigere Versorgung entscheiden, zum Beispiel für einen implantatgetragenen Zahnersatz, der den fehlenden Zahn ersetzt.

Eine solche Lösung erfüllt den gleichen Zweck, ist aber deutlich teurer als die Brückenkonstruktion. Ganz gleich, welche zahnmedizinische Versorgung gewählt wird, der Zuschuss Ihrer Krankenkasse bleibt gleich. Dieser beträgt 50 Prozent der Kosten für die Regelversorgung. Der Zuschuss steigt auf 70 bis 80 Prozent, wenn die Zähne regelmäßig gepflegt und die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen wurden. Kinder gehen halbjährlich zur Vorsorge. Der Zahnarzt bestätigt das in einem Bonusheft.

Für einen von der Regelversorgung abweichenden Zahnersatz, trägt der Patient die hieraus entstehenden Mehrkosten selbst. Der Zahnarzt erstellt vor Beginn der Behandlung einen kostenfreien Heil- und Kostenplan. Dieser beinhaltet den Befund, die Regelversorgung und die tatsächlich geplante Versorgung mit Zahnersatz nach Art, Umfang und Kosten. Die Krankenkasse prüft den Heil- und Kostenplan vor Beginn der Behandlung. Ist die Behandlung notwendig, bewilligt die Krankenkasse die Festzuschüsse entsprechend dem im Heil- und Kostenplan ausgewiesenen Befund.

Für diejenigen, die den Zahnarzt in den letzten fünf Jahren einmal jährlich für eine Kontrolluntersuchung aufgesucht haben, erhöht sich der Festzuschuss der Krankenkasse um 20 Prozent. Wer diese Vorsorge für die letzten zehn Jahre nachweisen kann, erhält einen um 30 Prozent höheren Festzuschuss.

Versicherte, die über ein geringes Einkommen verfügen - zum Beispiel Empfänger von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder Ausbildungsförderung - erhalten von ihrer Krankenkasse einen Festzuschuss in Höhe der für die Regelversorgung anfallenden Kosten. Die Leistungen der Regelversorgung erhalten sie also kostenfrei.

Zahnfüllungen

In welchem Ausmaß die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Zahnfüllungen übernehmen, hängt davon ab, ob die zu behandelnden Zähne im Frontzahnbereich (Schneide- und Eckzähne) oder im Seitenzahnbereich liegen. Für die Frontzähne übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für zahnfarbene Kunststofffüllungen aus Komposit. Haben Patienten besondere ästhetische Ansprüche an die Kompositfüllung, wie eine Farboptimierung, entstehen Mehrkosten, die der Patient selbst bezahlen muss.

Bei den Seitenzähnen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen im Seitenzahnbereich nur die Kosten für Amalgamfüllungen. Der Einsatz von Amalgam-Füllungen ist seit Juli 2018 bei der zahnärtlichen Behandlung von Milchzähnen, Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren und Stillenden allerdings verboten. Auch bei einer Amalgam- oder Quecksilberallergie darf Amalgam nicht verwendet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen hier auch für die Seitenzähne die Kosten für eine Kunsstofffüllung aus Komposit. 

Alle Patienten können sich für ein anderes Füllungsmaterial als Amalgam entscheiden. Gesetzlich Versicherte müssen die Mehrkosten selbst tragen. In solchen Fällen, schließen gesetzlich Versicherte - nach einer Aufklärung und Beratung in der Praxis – eine Mehrkostenvereinbarung mit dem Zahnarzt ab. Der Patient erklärt sich bereit die anfallenden Mehrkosten zu übernehmen. Wer sich gegen dieses Risiko absichern will, schließt eine Zahnzusatzversicherung ab.