Kur nach Krankheit oder zur Vorsorge - Was Krankenkassen zahlen

Kostenübernahme bei Krankenkasse beantragen

Kuren werden nach einer Krankheit (Rehabilitation) oder zur Vorsorge (Prävention) genehmigt. Ein häufiger Fall ist die „Anschlussrehabilitation“: Sie soll dem Patienten helfen, nach einer Behandlung im Krankenhaus wieder schnell gesund zu werden und sein Leben selbstständig weiter zu führen. Deshalb werden zum Beispiel nach Herzinfarkten oder ähnlich schweren Erkrankung häufig Kuren verschrieben.

Eine Kur kann auch dann genehmigt werden, wenn es vorher keinen Krankenhausaufenthalt gab. Denn Kuren sollen dabei helfen, Krankheitszustände besser zu beherrschen oder eine Verschlimmerung zu vermeiden. Dabei wurde gerade an ältere Menschen gedacht: Sie sollen nicht zu früh in Pflegeeinrichtungen kommen, sondern möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Wenn der Arzt belegt, dass eine Kur diesen Zielen dient, so wird die Krankenkasse den Antrag wahrscheinlich genehmigen. Allerdings hat sie das Recht, den Einzelfall zu prüfen und zu schauen, welche Leistung tatächlich medizinisch nötig ist.

Gerade bei der Kostenübernahme von Unterkunft und Verpflegung verhalten sich die meisten Kassen eher zurückhaltend. Denn in erster Linie soll die Rehabiliation ambulant erfolgen – zum Beispiel in einem Reha-Zentrum in der Nähe des Wohnorts.

Von den Reha-Kuren zu unterscheiden sind Vorsorgekuren. Diese richten sich an Menschen, die ein Krankheitsrisiko haben, das sich durch die Kur verringern lässt. Dabei trägt die Krankenkasse aber ebenfalls nur in wenigen - medizinisch begründeten - Fällen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Etwas besser haben es Eltern. Seit April 2007 zahlt ihnen die Krankenkasse eine stationäre Mutter-Kind oder Vater-Kind-Kur. Auch dafür gilt allerdings: die Kur muss medizinisch notwendig sein.

Die Beantragung einer Kur besprechen gesetzlich Versicherte zunächst mit ihrem Arzt. Er muss mit Ihnen klären, ob eine Reha- oder Vorsorge-Kur aus medizinischer Sicht notwendig ist. Das Formular für die Beantragung einer Reha-Kur erhält man beim Arzt. Bei Vorsorgekuren werden in der Regel Formulare der Krankenkasse verwendet. Eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur kann ein Arzt verordnen.

Kuren für Mütter und Mutter-Kind (Väter, Vater-Kind)
Kuren für Mütter und Mutter-Kind (Väter, Vater-Kind), sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Die Maßnahmen sind gezielt auf die besonderen Belange von Müttern und Vätern in Familienverantwortung ausgerichtet. In den zumeist dreiwöchigen Aufenthalten werden im Rahmen von Mutter- und Kind-Kuren und Vater- und Kind-Kuren die körperlichen Erkrankungen und die psychischen Beschwerden erkannt und behandelt.

Grundsätzlich haben alle Frauen (und Männer) in Familienverantwortung Anspruch auf stationäre Maßnahmen zur Vorsorge und Rehabilitation von Müttern (und Vätern). Die Krankenkassen müssen medizinisch notwendige Kuren und damit auch Mutter- und Kind-Kuren bewilligen.

Ansprechpartner ist der Haus- oder Frauenarzt, der die Mutter- und Kind-Kuren oder Vater- und Kind-Kuren bei der Krankenkasse beantragt. Der Arzt prüft vor der Beantragung, ob bei der Patientin eine Vorsorge- oder Rehabilitationsbedürftigkeit vorliegt. Außerdem legt er sowohl die Prognose als auch das Ziel der Maßnahme fest.