Sehhilfen - Brillen - Augen

Grundsätzlich tragen die Versicherten die Kosten selbst

Der Leistungsanspruch bei der Versorgung mit Sehhilfen ist auf Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sowie auf schwer sehbeeinträchtigte Versicherte begrenzt. Nicht unter die Leistungsbegrenzung fallen therapeutische Sehhilfen zur Behandlung von Augenverletzungen oder Augenerkrankungen.

Durch den unveränderten Leistungsanspruch bei Kindern und Jugendlichen sowie bei schwer sehbeeinträchtigten Versicherten wird deren besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen. Bei Kindern und Jugendlichen besteht der Leistungsanspruch insbesondere deswegen, weil Sehfehler, die in der frühen Kindheit nicht korrigiert werden, später auch hinsichtlich der Folgekosten meist nur noch unvollständig behebbar sind. Ein normales Sehen ist für die Gesamtentwicklung im Kindes- und Jugendalter jedoch von großer Bedeutung.

Bei Erwachsenen wird der Leistungsanspruch auf zwingend medizinisch notwendige Ausnahmefälle begrenzt. Solche Ausnahmen liegen dann vor, wenn Versicherte aufgrund ihrer Sehschwäche oder Blindheit, entsprechend der von der World Health Organization (WHO) empfohlenen Klassifikation des Schweregrades der Sehbeeinträchtigung, auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 aufweisen.

In der Regel benötigen diese Versicherten zum Lesen von herkömmlichen Texten - je nach Grad der Sehschwäche - bereits vergrößernde Sehhilfen wie Leselupen, Fernrohrbrillen oder elektronisch vergrößernde Sehhilfen, so genannte Bildschirmlesegeräte, bis hin zu Vorlesegeräten. Versicherte mit erheblichen Gesichtsfeldausfällen sind ebenfalls zu den schwer Sehbeeinträchtigten zu rechnen und haben damit auch zukünftig Anspruch auf Versorgung mit Sehhilfen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf therapeutische Sehhilfen. Das sind Speziallinsen und Brillengläser, die der Krankenbehandlung bei Augenverletzungen oder Augenerkrankungen dienen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bestimmt in Richtlinien, bei welchen Indikationen therapeutische Sehhilfen verordnet werden können.

Über die genannten Personenkreise hinaus tragen gesetzlich Versicherte sämtliche Kosten für Sehhilfen selbst. Für die verbleibende Versorgung mit Sehhilfen durch die gesetzlichen Krankenkassen, insbesondere von Kindern, gelten weiterhin die Regelungen, wonach für ein erforderliches Hilfsmittel ein Festbetrag festgesetzt werden kann.

 

Weitere Informationen:

  • Leistungen, die über das gesetzliche Minimum herausgehen, können Sie mit einer Zusatzversicherung erhalten. Kassen, die eine Sehhilfen-Zusatzversicherung anbieten, finden Sie mit unserem Krankenkassen-Rechner